Im Folgenden fordern diverse Prominente und Scheinprominente wie Jan Hofer, Detlev Buck, Claude-Oliver Rudolph, Dennis Lisk, Manuel Cortez, Patrice, Ralf Zacherl, Mike Krüger, Sarah Kuttner, Alexandra Kamp, Massiv, JoeRilla, Bernhard Brink, Franziska Knuppe, Susanne Hoppe, Tyron Ricketts, Buddy Ogün und Ralph Richter auf, nicht wählen zu gehen.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Leute namens Jan Hofer, seines Zeichens Tagesschau-Sprecher, BürgerInnen auffordern sich nicht an Wahlen zu beteiligen. Allerdings gibt es in diesem Video keine Pointe, die das Ganze auflöst.
Eine ähnliche Kampagne gab es zu den Präsidentschaftswahlen in den USA, dort haben dann auch richtige Promis mitgemacht, welche noch in dem Video zum Entschluss kamen, dass Wählengehen Sinn macht. Auch da lautete der Aufruf zunächst "Don't Vote!". Dass es in Deutschland auch zu dieser Auflösung kommt, ist zu erwarten. Ob es klug ist, die Pointe in einem Extra-Video zu zeigen bezweifel ich.
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Dienstag, 21. Juli 2009
Dienstag, 7. April 2009
Ein Geben und Nehmen
Eine Woche dauerte sie, drei Gipfel wurden durchgemacht und er stellte sich Europa vor: Barack Obama. Nach seiner ersten Visite habe ich mir die Frage gestellt wie sich die Beziehung zwischen den USA und Europa verändern wird, bzw. auch schon hat.
Deutlich erkennbar wurde, dass es definitiv - und das nicht überraschend - mehr Gemeinsamkeiten gibt als mit der vorherigen Bush-Administration. Für Obama ist es wichtig, mit den anderen Staaten im Dialog zu stehen, sodass Probleme gemeinsam gelöst werden können. Diesse Strategie sollte eigentlich das Normalste der Welt sein, ist nach acht desaströsen Jahren unter George W. Bush allerdings auch keine Selbstverständlichkeit. Die Herangehensweise Obamas ist gleichwohl clever. Natürlich verfolgt auch Obama bestimmte Ziele, die zum Wohle Amerikas sein sollen, auch wenn er vorerst keines dieser konsequent durchsetzen konnte. Stattdessen war Obama auf Kommunikation aus, wichtig ist für ihn, dass die Gruppe im Mittelpunkt steht. Er sieht die USA durchaus als eine Art Bündnis mit dem es fast nur zusammen möglich ist Krisen zu bewältigen. Damit kommt er auf Europa zu - keine Frage. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man die USA an seiner Seite hat und darüber hinaus sogar gewissen Einfluss auf deren Politik. Jedoch sollte nicht vergessen, dass es sich um ein Geben und Nehmen handeln sollte. Folglich möchte Obama auch weiterhin noch mehr Unterstützung in Afghanistan. Aber man sollte dabei gar nicht nur an die gegenwärtigen Themen denken. Viel interessanter werden die Zukunftsthemen sein. Wie möchte Obama das Verhalten Europas nach der Krise sehen? Und angenommen es sollte zu einem aufgefrischten Problem bezüglich des Iraks kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass der US-Präsident dann mal bei seinen europäischen Amtskollegen vorstellig wird und sie bittet, auf den letzten Metern zu helfen. Egal was er von den Europäern will, es wird schwierig Nein zu sagen, obwohl es erstmal geklappt hat. Einem Feindbild wie Bush, den die Massen verabscheuten, ist es deutlich leichter Nein zu sagen, dabei wird man sogar bejubelt. Einem "Messias" wie Obama nicht Ja zu sagen, ist dagegen deutlich schwieriger. Da bekommt die ganze Situation dann schon einen Stil wie im Supermarkt an der Kasse, wenn das kleine Kind um einen Schokoriegel kämpft - es ist einfach schwierig Nein zu sagen. Der Barack ist doch so süß.
Als der damalige Noch-Präsidentschaftskandidat im Sommer in Berlin schon anfing, für mehr deutsche Soldaten am Kundus zu werben, da applaudierten die Bürgerinnen und Bürger auch. Die europäischen Politiker haben die Aufgabe auch während der Obama-Administration nicht jeden Quatsch mitzumachen.
Deutlich erkennbar wurde, dass es definitiv - und das nicht überraschend - mehr Gemeinsamkeiten gibt als mit der vorherigen Bush-Administration. Für Obama ist es wichtig, mit den anderen Staaten im Dialog zu stehen, sodass Probleme gemeinsam gelöst werden können. Diesse Strategie sollte eigentlich das Normalste der Welt sein, ist nach acht desaströsen Jahren unter George W. Bush allerdings auch keine Selbstverständlichkeit. Die Herangehensweise Obamas ist gleichwohl clever. Natürlich verfolgt auch Obama bestimmte Ziele, die zum Wohle Amerikas sein sollen, auch wenn er vorerst keines dieser konsequent durchsetzen konnte. Stattdessen war Obama auf Kommunikation aus, wichtig ist für ihn, dass die Gruppe im Mittelpunkt steht. Er sieht die USA durchaus als eine Art Bündnis mit dem es fast nur zusammen möglich ist Krisen zu bewältigen. Damit kommt er auf Europa zu - keine Frage. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man die USA an seiner Seite hat und darüber hinaus sogar gewissen Einfluss auf deren Politik. Jedoch sollte nicht vergessen, dass es sich um ein Geben und Nehmen handeln sollte. Folglich möchte Obama auch weiterhin noch mehr Unterstützung in Afghanistan. Aber man sollte dabei gar nicht nur an die gegenwärtigen Themen denken. Viel interessanter werden die Zukunftsthemen sein. Wie möchte Obama das Verhalten Europas nach der Krise sehen? Und angenommen es sollte zu einem aufgefrischten Problem bezüglich des Iraks kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass der US-Präsident dann mal bei seinen europäischen Amtskollegen vorstellig wird und sie bittet, auf den letzten Metern zu helfen. Egal was er von den Europäern will, es wird schwierig Nein zu sagen, obwohl es erstmal geklappt hat. Einem Feindbild wie Bush, den die Massen verabscheuten, ist es deutlich leichter Nein zu sagen, dabei wird man sogar bejubelt. Einem "Messias" wie Obama nicht Ja zu sagen, ist dagegen deutlich schwieriger. Da bekommt die ganze Situation dann schon einen Stil wie im Supermarkt an der Kasse, wenn das kleine Kind um einen Schokoriegel kämpft - es ist einfach schwierig Nein zu sagen. Der Barack ist doch so süß.
Als der damalige Noch-Präsidentschaftskandidat im Sommer in Berlin schon anfing, für mehr deutsche Soldaten am Kundus zu werben, da applaudierten die Bürgerinnen und Bürger auch. Die europäischen Politiker haben die Aufgabe auch während der Obama-Administration nicht jeden Quatsch mitzumachen.
Montag, 23. Februar 2009
Stolz wie Oscar
Wer die gestrige Oscar-Verleihung gesehen hat und am Samstag die Echo-Verleihung, der kennt jetzt auch den Unterschied zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Fernsehen.
Die Oscar-Verleihung ging vier Stunden, davon war der Anfang groß, die Mitte anstrengend und das Ende wieder unterhaltsam und spannend, bei der Echo-Verleihung AUS DER O2-World BERLIN dagegen war alles die Mitte.
Die Idee die Oscars der Schauspieler von früheren Preisträgern verleihen zu lassen, indem sie eine persönliche Rede erhalten, war großartig und vielleicht eine der besten Ideen-bei-Preisverleihungen seit Jahren. Hugh Jackman machte seinen Job als Entertainer gut, auch wenn Jon Stewart als Komiker ein anderes Kaliber ist. Einer der Höhepunkte waren Ben Stiller und Natalie Portman als Laudatoren wie sie Joaquin Phoenix lächerlich machten, dabei trug Stiller Bart und Sonnebrille und sagte, er wollte nicht mehr lustig sein. Der Schauspieler, der Johnny Cash in Walk The Line zum Besten gab, möchte sich jetzt aus der Schauspielerei zurückziehen und lieber Hip Hop machen - was da jetzt besser ist. Ob das ganze ein PR-Gag ist oder echt, kann ich nicht beurteilen.
Ein anderer Höhepunkt, bzw. Tiefpunkt war der Oscar für Heath Ledger, bei dem ich gar nicht einschätzen kann, ob der jetzt verdient war oder nicht. Jedenfalls habe ich mir im Vorfeld die Frage gestellt, wer den Preis eigentlich entgegen nehmen wird. Im Endeffekt kam diese Aufgabe dann auf seine Familie zu.
Dann gab es noch eine Überraschung: Seit Tagen war es fast gemacht Sache, dass Mickey Rourke bester Hauptdarsteller wird oder zumindest Brad Pitt. Mit dem goldenen Mann in der Hand stand dann aber Sean Penn auf der Bühne, der damit nach 2004 für Mystic River seinen zweiten Oscar abholte.
Zu guter Letzt noch ein paar Sätze über Slumdog Millionaire; der Film des Abends. Acht Oscars ergatterte das Liebesdrama, in dem ein junger Mann sich bei Wer Wird Millionär bewirbt und alle Fragen beantworten kann, allerdings geht es ihm gar nicht darum. Naja, ich hab immer noch nicht verstanden um was es geht. Muss aber ein toller Film sein.
Kinostart ist am 19. März.
Die Oscar-Verleihung ging vier Stunden, davon war der Anfang groß, die Mitte anstrengend und das Ende wieder unterhaltsam und spannend, bei der Echo-Verleihung AUS DER O2-World BERLIN dagegen war alles die Mitte.
Die Idee die Oscars der Schauspieler von früheren Preisträgern verleihen zu lassen, indem sie eine persönliche Rede erhalten, war großartig und vielleicht eine der besten Ideen-bei-Preisverleihungen seit Jahren. Hugh Jackman machte seinen Job als Entertainer gut, auch wenn Jon Stewart als Komiker ein anderes Kaliber ist. Einer der Höhepunkte waren Ben Stiller und Natalie Portman als Laudatoren wie sie Joaquin Phoenix lächerlich machten, dabei trug Stiller Bart und Sonnebrille und sagte, er wollte nicht mehr lustig sein. Der Schauspieler, der Johnny Cash in Walk The Line zum Besten gab, möchte sich jetzt aus der Schauspielerei zurückziehen und lieber Hip Hop machen - was da jetzt besser ist. Ob das ganze ein PR-Gag ist oder echt, kann ich nicht beurteilen.
Ein anderer Höhepunkt, bzw. Tiefpunkt war der Oscar für Heath Ledger, bei dem ich gar nicht einschätzen kann, ob der jetzt verdient war oder nicht. Jedenfalls habe ich mir im Vorfeld die Frage gestellt, wer den Preis eigentlich entgegen nehmen wird. Im Endeffekt kam diese Aufgabe dann auf seine Familie zu.
Dann gab es noch eine Überraschung: Seit Tagen war es fast gemacht Sache, dass Mickey Rourke bester Hauptdarsteller wird oder zumindest Brad Pitt. Mit dem goldenen Mann in der Hand stand dann aber Sean Penn auf der Bühne, der damit nach 2004 für Mystic River seinen zweiten Oscar abholte.
Zu guter Letzt noch ein paar Sätze über Slumdog Millionaire; der Film des Abends. Acht Oscars ergatterte das Liebesdrama, in dem ein junger Mann sich bei Wer Wird Millionär bewirbt und alle Fragen beantworten kann, allerdings geht es ihm gar nicht darum. Naja, ich hab immer noch nicht verstanden um was es geht. Muss aber ein toller Film sein.
Kinostart ist am 19. März.
Dienstag, 20. Januar 2009
Montag, 19. Januar 2009
Alles wegen George
Bevor er in ein paar Stunden das letzte Mal im Weißen Haus ins weiße Bett geht. Hier noch ein kleiner Ausschnitt mit all seinen politischen Errungenschaften, schönen Ergebnissen und großen Siegen. Eine Erfolgsära ist beendet. Menschen weinen, ...
... sie können ihr Glück kaum fassen.
Video aus der Late Show with David Letterman. Gesehen im Fernsehlexikon.
... sie können ihr Glück kaum fassen.
Video aus der Late Show with David Letterman. Gesehen im Fernsehlexikon.
Freitag, 16. Januar 2009
Dienstag, 6. Januar 2009
Let's News Dance
Was machen Nachrichtensprecher während der Werbepause?
A: Auf die Toilette gehen
B: Glas Rotwein trinken
C: Texte üben
D: Tanzen
Auch wenn der ein oder andere lieber mal C machen sollte und manche Sprecher wie B wirken, ist die richtige Antwort D. Vielleicht sollte es auch in Zukunft im heute-journal Werbung geben. Ich stelle mir Claus Kleber und Gundola Gause als Vorführer des Ententanzes vor. Zu köstlich.
A: Auf die Toilette gehen
B: Glas Rotwein trinken
C: Texte üben
D: Tanzen
Auch wenn der ein oder andere lieber mal C machen sollte und manche Sprecher wie B wirken, ist die richtige Antwort D. Vielleicht sollte es auch in Zukunft im heute-journal Werbung geben. Ich stelle mir Claus Kleber und Gundola Gause als Vorführer des Ententanzes vor. Zu köstlich.
Hier das Video aus den USA:
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Mitten in die Fresse
Unzählige Anbieter haben ein Online-Spiel herausgebracht, mit dessen Hilfe man Schuhe auf George W. Bush werfen kann. Meine Lieblingsversion ist übrigens diese hier.
Die freundlichen Herren des Berliner Spreeblicks haben jetzt die deutsche Version dazu entwickelt, d.h. mit deutschen Politikern.
Viel Spaß & gute Unterhaltung,
wünscht Ihre Angela Merkel!
Der Schuh stammt Gerüchten zufolge von Schäfer Heinrich aus Bauer sucht Frau.
Nochmal ein netter Gruß an die Spreeblick-Leute. Ein großer Dank geht selbstverständlich auch an den irakischen Journalist.
Am Ende dieses Artikels habe ich noch einen Hinweis von Die Ärzte:
Die freundlichen Herren des Berliner Spreeblicks haben jetzt die deutsche Version dazu entwickelt, d.h. mit deutschen Politikern.
Viel Spaß & gute Unterhaltung,
wünscht Ihre Angela Merkel!
Der Schuh stammt Gerüchten zufolge von Schäfer Heinrich aus Bauer sucht Frau.
Nochmal ein netter Gruß an die Spreeblick-Leute. Ein großer Dank geht selbstverständlich auch an den irakischen Journalist.
Am Ende dieses Artikels habe ich noch einen Hinweis von Die Ärzte:
Sonntag, 14. Dezember 2008
Schuhversand
Ein irakischer Journalist wirft mit Schuhen auf den US-Präsident. Wie war dessen Name doch gleich? Ah, genau, George Walker Bush.
Ich hätte meine Schuhe auch spontan zur Verfügung gestellt.
Ich hätte meine Schuhe auch spontan zur Verfügung gestellt.
Dienstag, 25. November 2008
Born in Hessen
Ich habe davor gewarnt, aber ich wurde nicht erhört. Wie kann man glauben, dass der erfolgreiche Obama-Wahlkampf in Deutschland als pure Kopie umsetzbar ist? Man kann sich als deutsche Partei natürlich gerne verschiedene Ansätze des US-Wahlkampfs abschauen, allerdings nicht ganze Logos! Und das funktioniert in keinster Weise, das klingt einfach nur doof.
(Quelle: SPD-Marburg)Montag, 10. November 2008
Not born in the U.S.A.
Nach der Wahlnacht Obamas, die hier chronologisch nachzulesen ist, stellen sich begeisterte Deutsche die Frage, ob es bei uns 2009 eine ähnliches Prozedere des Wahlkampfes geben wird. Da habe ich mal weiter gedacht und dabei wurde mir klar, dass dessen Kontrahent selbst, John McCain, auch nicht versuchte Obamas Art und Weise zu kopieren. Im Gegenteil: Der Republikaner versuchte es fortan mit persönlichen und abstrusen Attacken gegen Barack Obama. Weder baute McCain seine Internetpräsenz flächendeckend aus noch organisierte er Wahlveranstaltungen die Partys glichen. Zwar tat McCain auch nicht das was zu ihm passte, dafür sind aber eher seine Berater als er selbst Schuld.
Das System Obama funktioniert in Deutschland definitiv nicht. Und 2009 schon dreimal nicht.
Der Deutsche an sich ist in Sachen Politik nicht unbegeisterungsfähig, aber dennoch eher zurückhaltend. Natürlich könnte es sein, dass es in 10, zwanzig Jahren einen Typ mit dem Format Obama gibt, doch wer soll diese Rolle heute einnehmen? Frank-Walter Steinmeier oder Angela Merkel? Ich bitte Sie.
Zudem bieten sich den Politikern keine herausragenden Plattformen wie es in den USA Saturday Night Live, Jon Stewart oder John Letterman sind, um nur drei von vielen zu nennen. Wie soll das bei uns funktionieren? Ich kann mir gut vorstellen, dass Merkel und Steinmeier bei Beckmann und JBK vorbeischauen, aber welcher Politiker tut das nicht und wichtiger: für wen macht sie das sympathischer? Wir besitzen auch nur zwei regelmäßige Comedyshows in der Woche von der die eine schlecht und die andere mittel bis gut ist. Für mich würden auch nur die satirischen Sendungen infrage kommen. Ein Besuch im Scheibenwischer, bei Neues aus der Anstalt oder Kurt Krömer sehen nicht so viele, aber ein gekonnter Auftritt würde Wellen schlagen. Dies wären Versuche die deutschen Möglichkeiten zu nutzen. Auch ein Zimmer Frei-Besuch bei Christine Westermann und Götz Alsmann oder je nach Wiederausstrahlung ein Auftritt in der Schillerstraße könnten populär machen. Doch eines muss auch klargestellt werden: den Hype in dieser Form konnte Barack Obama gar nicht so leiten, dieser kam aus der Mitte der Wähler.
Ein anderes Thema ist das Internet. In den USA gibt es eine sehr bestimmende Blogosphäre, welche es in dieser Form in Deutschland nicht gibt. Das ist zum einen gut und zum anderen schlecht für die Politiker. Gut ist es, weil in Amerika die Blogger durch ihre Anzahl hohen Einfluss genießen und die deutschen Politiker damit nicht vergleichbar zu kämpfen haben. Schlecht ist es, weil in Amerika gerade durch diese Art der Politikerberichterstattung überwiegend junge Menschen angesprochen worden sind, aber eben nicht nur diese, sondern überhaupt eine größere Aufmerksamkeit zustande kam. Damit ist hierzulande nicht zu rechnen, obgleich die deutsche Blogosphäre nicht wenig über den Bundestagswahlkampf 2009 schreiben wird.
Und nun zum letzten Punkt. Deutsche besitzen einfach nicht über so einen Pathos, über diesen Stolz auf ihr Land. Somit wird es schwer für Politiker solche Kräfte zu mobilisieren. Die einzigen die wirklich für ihren Kandidaten kämpfen sind die Parteimitglieder, aber die wählen diesen sowieso. Wechselwähler würden sich nie so hinter ihren Kandidaten stellen, wie das in den USA der Fall ist. Dafür sind natürlich auch die Parteien verantwortlich, schließlich organisieren sie die öden Parteitage, bei denen man froh ist, wenn ein Kandidat unerwartet nicht gewählt wird, ansonsten ist auch nicht Vieles zu erstaunen. In den USA gibt es zwar auch ein Wort für Politikverdrossenheit (damit möchte ich mit dem Gerücht aus Hart Aber Fair aufräumen; "disenchantment with politics"), doch diese ist dort ganz anders verbreitet. Man ist zwar sauer und enttäuscht, würde aber dennoch nicht die Wahlen schwänzen. Das Hautpziel deutscher Parteien muss sein, dass Nichtwähler ihr Wahlrecht zur Wahlpflicht machen.
Außerdem nerven diese ständigen Streitereien: Bei jeder Möglichkeit versuchen die Parteien ihren Gegner irgendwie anzugehen. Dass die Parteien in erster Linie dem Wohle des Volkes verpflichtet sind und nicht ihrer Partei wird hier allzu oft vergessen. Wir haben nun seit gut drei Jahren eine Große Koalition von deren Politik ich bekanntermaßen nicht sonderlich erfreut. Ich finde, dass die Parteien öfters ein Miteinander als ein Gegeneinander anstreben müssen. Koalitionsaussagen bringen da gar nichts. Vor allem CDU und SPD sollten sich nicht so aufeinander einschießen, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass diese zwei wieder gemeinsam regieren werden müssen.
Ich bitte die deutschen Parteien darum, einen gefakten Obama-Wahlkampf zu unterlassen.
Das System Obama funktioniert in Deutschland definitiv nicht. Und 2009 schon dreimal nicht.
Der Deutsche an sich ist in Sachen Politik nicht unbegeisterungsfähig, aber dennoch eher zurückhaltend. Natürlich könnte es sein, dass es in 10, zwanzig Jahren einen Typ mit dem Format Obama gibt, doch wer soll diese Rolle heute einnehmen? Frank-Walter Steinmeier oder Angela Merkel? Ich bitte Sie.
Zudem bieten sich den Politikern keine herausragenden Plattformen wie es in den USA Saturday Night Live, Jon Stewart oder John Letterman sind, um nur drei von vielen zu nennen. Wie soll das bei uns funktionieren? Ich kann mir gut vorstellen, dass Merkel und Steinmeier bei Beckmann und JBK vorbeischauen, aber welcher Politiker tut das nicht und wichtiger: für wen macht sie das sympathischer? Wir besitzen auch nur zwei regelmäßige Comedyshows in der Woche von der die eine schlecht und die andere mittel bis gut ist. Für mich würden auch nur die satirischen Sendungen infrage kommen. Ein Besuch im Scheibenwischer, bei Neues aus der Anstalt oder Kurt Krömer sehen nicht so viele, aber ein gekonnter Auftritt würde Wellen schlagen. Dies wären Versuche die deutschen Möglichkeiten zu nutzen. Auch ein Zimmer Frei-Besuch bei Christine Westermann und Götz Alsmann oder je nach Wiederausstrahlung ein Auftritt in der Schillerstraße könnten populär machen. Doch eines muss auch klargestellt werden: den Hype in dieser Form konnte Barack Obama gar nicht so leiten, dieser kam aus der Mitte der Wähler.
Ein anderes Thema ist das Internet. In den USA gibt es eine sehr bestimmende Blogosphäre, welche es in dieser Form in Deutschland nicht gibt. Das ist zum einen gut und zum anderen schlecht für die Politiker. Gut ist es, weil in Amerika die Blogger durch ihre Anzahl hohen Einfluss genießen und die deutschen Politiker damit nicht vergleichbar zu kämpfen haben. Schlecht ist es, weil in Amerika gerade durch diese Art der Politikerberichterstattung überwiegend junge Menschen angesprochen worden sind, aber eben nicht nur diese, sondern überhaupt eine größere Aufmerksamkeit zustande kam. Damit ist hierzulande nicht zu rechnen, obgleich die deutsche Blogosphäre nicht wenig über den Bundestagswahlkampf 2009 schreiben wird.
Und nun zum letzten Punkt. Deutsche besitzen einfach nicht über so einen Pathos, über diesen Stolz auf ihr Land. Somit wird es schwer für Politiker solche Kräfte zu mobilisieren. Die einzigen die wirklich für ihren Kandidaten kämpfen sind die Parteimitglieder, aber die wählen diesen sowieso. Wechselwähler würden sich nie so hinter ihren Kandidaten stellen, wie das in den USA der Fall ist. Dafür sind natürlich auch die Parteien verantwortlich, schließlich organisieren sie die öden Parteitage, bei denen man froh ist, wenn ein Kandidat unerwartet nicht gewählt wird, ansonsten ist auch nicht Vieles zu erstaunen. In den USA gibt es zwar auch ein Wort für Politikverdrossenheit (damit möchte ich mit dem Gerücht aus Hart Aber Fair aufräumen; "disenchantment with politics"), doch diese ist dort ganz anders verbreitet. Man ist zwar sauer und enttäuscht, würde aber dennoch nicht die Wahlen schwänzen. Das Hautpziel deutscher Parteien muss sein, dass Nichtwähler ihr Wahlrecht zur Wahlpflicht machen.
Außerdem nerven diese ständigen Streitereien: Bei jeder Möglichkeit versuchen die Parteien ihren Gegner irgendwie anzugehen. Dass die Parteien in erster Linie dem Wohle des Volkes verpflichtet sind und nicht ihrer Partei wird hier allzu oft vergessen. Wir haben nun seit gut drei Jahren eine Große Koalition von deren Politik ich bekanntermaßen nicht sonderlich erfreut. Ich finde, dass die Parteien öfters ein Miteinander als ein Gegeneinander anstreben müssen. Koalitionsaussagen bringen da gar nichts. Vor allem CDU und SPD sollten sich nicht so aufeinander einschießen, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass diese zwei wieder gemeinsam regieren werden müssen.
Ich bitte die deutschen Parteien darum, einen gefakten Obama-Wahlkampf zu unterlassen.
Mittwoch, 5. November 2008
Back to the future
Es ist 8 Uhr 37. Das sind die Schlagzeilen von Google News. Wir verraten denen nicht alle Ergebnisse, sonst wirds für die gar nicht spannend.
Dienstag, 4. November 2008
The night of the nights
Jetzt ist es schon 21 Uhr und ich erkläre mal, wie ich mir den Abend vorgestellt habe. Ich werde hier eine Art Live-Ticker meiner persönlichen Eindrücke (oder die meines Vaters) ausformulieren. Auch Fragen können gestellt werden, sollte Interesse da sein. Geht ganz einfach in den Kommentaren und ich versuche dann diese zu beantworten.
Ich wurde gefragt: Wie funktioniert das mit den Wahlmännern werden?
Jeder US-Bundesstaat wählt seine Wahlmänner (electors) nach den jeweiligen Regeln des Staates. So hat Florida z.B. andere Regeln diesbezüglich als Kalifornien. Bei der Wahl gilt das The-Winner-Takes-It-All-Prinzip (Mehrheitswahlrecht), das wiederum heißt, dass alle Entsandten derselben Partei angehören.
Das Electoral College wählt alle vier Jahre den US-amerikanischen Präsidenten. Sieger der Wahl ist jeweils der Kandidat, der die absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen auf sich vereint (also wieder Mehrheitswahlrecht). Sollte dann keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten zustande kommen, wählt das Represäntantenhaus als Kammer (die dem Volk am nächsten ist) den Präsidenten. Der Vize wird vom Senat gewählt.
Nach heutiger Zusammensetzung sind für einen Sieg eines Präsidentschaftskandidaten im Electoral College mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen nötig (diese genaue Zahl steht nicht in der Verfassung der Vereinigten Staaten fest, sondern wird vom Kongress nach dem Zensus bestimmt). Auch ein Kandidat, dem es gelänge, nur die Wahlmännerstimmen der elf bevölkerungsreichsten Bundesstaaten auf sich zu vereinen, würde so Präsident.
Hier ist der Zeitplan von Newsweek, der Rückblick der New York Times und Claus Kleber verbringt die Nacht im Netz. Gebloggt wird außerdem noch bei Lukas.
Ein frischer Linktipp führt zu Malte in den Spreeblick. Es geht um die Amtszeit von George W. Bush.
Selbst wenn McCain in allen Bundesstaaten gewinnen sollte, in denen es unentschieden steht, würde Obama neuer Präsident werden. Sollte John McCain die Mehrheit der tendenziellen Obama-Staaten gewinnen, würde Barack Obama immer noch neuer Präsident werden.
00.10 Uhr: Ich hab jetzt Donuts, Popcorn, Cola und Kaffee. Ich bin sowas von gewappnet!
00.15 Uhr: Also in Kentucky führt zunächst McCain. New Hampshire tendiert eher zu Obama.
00.23 Uhr: Alles da. CNN, ZDF, Twitter, Blogs und fünf andere Tabs auf. Es könnte stressig werden, ich verminder das mal.
00.31 Uhr: And the winner are: nytimes.com, coffeeandtv.de and heute.de. Congratulations!
00.36 Uhr: Witzigerweise wird bei Bundestagswahlen nicht so viel Theater gemacht, auch die Übertragungszeit ist kürzer.
00.40 Uhr: RTL-Übertragung sieht auch nicht so schlecht aus.
00.48 Uhr: Hier gibt es ganz aktuelle Trends.
00.52 Uhr: In 6 Minuten die neuesten Daten im ZDF.
00.55 Uhr: Gleich kommen hier also die ersten Hochrechungen an. In der Zwischenzeit noch etwas Interessantes über die irischen Wurzeln von Barack Obama und anderen ehemaligen US-Präsidenten.
01.00 Uhr: Kentucky an McCain, Vermont an Obama. Weder das eine noch das andere eine Überraschung.
01.05 Uhr: Das sind 3 WM für Obama und 8 für McCain.
01.10 Uhr: Ich will auch so ein CNN Election Center in meinem Haus!
01.12 Uhr: Diese Wahlen sind DAS Comeback von CNN! Definitiv!
01.13 Uhr: Als nicht unwichtige Randnotiz: Im Senat sieht's so aus: 40 zu 27 für die Demokraten. Und im Repräsentantenhaus: 6 zu 1 ebenfalls für die Demokraten.
01.20 Uhr: Im ZDF kommen viele Berichte mit Inhalt den ich schon kenne. Das ist so relativ langweilig. Wo ist eigentlich Claus Kleber?
01.24 Uhr: Ich verstehe nicht jedes Wort bei CNN, aber da wurde gerade eben eine Reporterin ins Studio holographiert! Der Wahnsinn! So müssen Nachrichten im 21. Jahrhundert aussehen!
01.31 Uhr: Ich verstehe die CNN-Daten nicht ganz, aber nach den ersten führt Obama in Florida zwischen 5 und 10 Prozent. Nach 1% der Auszählung. Ich wollts auch nur mal sagen.
01.38 Uhr: CNN hat auch für alles und jeden eine Analystengruppe.
01.40 Uhr: Gerade eben bekam die CNN-Vorhersage die 100% nicht voll. Jetzt schon: 57 zu 43 für Obama.
01.43 Uhr: Neues für den Senat: 41 zu 27 für die Demokraten. Repräsentantenhaus 8 zu 6 für Demokraten.
01.46 Uhr: Florida sieht nicht schlecht aus für Obama - jetzt. 55 zu 45 Prozent.
01.51 Uhr: Demnächst kommen einige wichtige Staatenergebnisse, shttp://www.blogger.com/img/blank.gifog. Battlegrounds, an die Öffentlichkeit.
01.53 Uhr: Im ZDFinfokanal wird Firefox benutzt. Sieht aus wie bei unserem örtlichen Lokalsender.
01.56 Uhr: Switchte zwischen ZDFinfokanal und CNN. Sieht aus wie der Umzug von einer Garage in eine Raumfähre.
01.57 Uhr: South Carolina für McCain. 16 zu 3 Wahlmänner.
01.57 Uhr: Gleich wirds stressig.
01.59 Uhr: 16 Bundesstaaten.
02.01 Uhr: Noch keine großen Überraschungen. Übrigens: Wenn die Felder gelb sind heißt das nicht, dass es dort knapp ist, es heißt bloß, dass man noch nichts dazu sagen kann.
02.05 Uhr: Bamm! 103 Wahlmänner für Obama, 34 für McCain. Missouri, Mississippi und Michigan sind "to close to call".
02.09 Uhr: Das ZDF hat andere Wahlmännerzahlen als die ARD. RTL und N24 haben auch nochmal unterschiedliche. Meine Daten kommen in diesem Fall vom ZDF.
02.21 Uhr: Senat: 45 zu 29 für Demokraten. Repräsentantenhaus: 22 zu 13 auch für die Demokraten.
02.30 Uhr: New Hampshire geht jetzt auch laut CNN an Barack Obama. Schmerzvolle Angelegenheit für John McCain, nicht aufgrund der Relevanz, aber dort macht er besonders intensiven Wahlkampf. Nicht Neues für die Wahlmännerzahlen.
02.35 Uhr: Alabama und Arkansas gehen an McCain. In der ARD bedeutet das 102-49 Wahlmänner.
02.43 Uhr: CNN gibt jetzt auch mal Pennsylvania an Obama.
02.44 Uhr: Kleiner Überblick über alle Wahlmännerzahlen: ABC: 103-49. NBC: 103-34. CBS: 102-45. CNN: 81-34. Fox News: 102-45. ARD: 103-49. ZDF:103-34. Was ist bei CNN los? So vorsichtig.
02.47 Uhr: Colorado, Nort Dakota, Texas so gegen 3 Uhr.
02.57 Uhr: Senat: 48 Demokraten, 29 Republikaner. 51 für die Mehrheit. Noch 23 zu vergeben. Repräsentantenhaus: 37 Demokraten, 25 Republikaner. 218 für die Mehrheit. Noch 373 sind unbesetzt.
03.02 Uhr: Laut ZDF: 175 Wahlmänner für Obama, 40 für McCain. CNN: 174-49.
03.06 Uhr: ABC: 154-49. NBC: 175-70. CNN: 174-49. Fox News: 159-85. CBS: 170-57. ZDF:175-40. ARD: 175-76. Wundert die Zahl von Fox News?
03.11 Uhr: Die CNN-Analysten stellen fest, dass es keinen Bradley-Effekt mehr gibt: "This country is grown up."
03.24 Uhr: Fox News gibt Ohio an Obama.
03.26 Uhr: ABC gibt Ohio auch an Obama.
03.28 Uhr: 51:48 in Florida nach 50 Prozent. CNN zieht in Sachen Ohio noch nicht nach.
03.30 Uhr: Mit den anderen sicheren demokratischen Staaten wie Kalifornien und Ohio würde Barack Obama die erforderlichen 270 durchbrechen! Barack Obama wird definitiv neuer amerikanischer Präsident. So weit lehne ich mich jetzt aus dem Fenster.
03.35 Uhr: Auch CNN gibt Ohio an Obama. Nach 15% der Auszählungen.
03:36 Uhr: Updates! ABC: 195-90. NBC: 200-85. CBS: 194-124. CNN: 194-69. Fox News: 200-90. ZDF: 76-195. Es hat noch nie ein Republikaner die Wahlen ohne Ohio gewonnen.
03.43 Uhr: Repräsentantenhaus: 98-59. Noch 278 unentschieden. Senat: 51-32. Noch 17 unentschieden. Damit haben die Demokraten dort die Mehrheit erreicht.
03.51 Uhr: CNN füttert Obama mit Nex Mexico.
03.54 Uhr: Um 4 Uhr gibt's im besten Fall Neues aus Iowa, Utah, Montana und Nevada.
03.57 Uhr: Die Wahlen sind so gut wie durch. Um ganz sicher zu gehen brauch er nur noch Florida oder Virginia oder einen ganz anderen Staat. In beiden Staaten führt er momentan. In Virginia trennen ihn nur wenige hundert Stimmen.
04.00 Uhr: Iowa an Obama. Utah und Kansas für Senator McCain. Wir warten auf Auflösungen aus Virginia und Florida.
04.01 Uhr: ABC schlägt Mississippi zu McCain: 200-130. CNN: 206-89.
04.03 Uhr: Iowa, Ohio und Nex Mexico waren 2004 noch republikanisch.
04.06 Uhr: Dass Barack Obama Ohio gewann, wurde auf der republikanischen Wahlparty nicht bekannt gegeben.
04.08 Uhr: Der Nochsenator aus Illinois brauch inklusive Kalifornien nur noch 9 Wahlmänner. Die wird er haben, da kann McCain noch so viele Terroristen erfinden.
04.13 Uhr: ABC: 207-135. NBC: 207-129. CBS: 206-135. CNN: 207-95. Fox News: 207-129. ZDF: 207-129. Laut diesen Zahlen noch 63 Wahlmänner. Und 55 hat er durch Kalifornien sicher.
04.20 Uhr: Jesse Jackson im ZDF-Interview. Nicht der Jackson, der andere Jackson.
04.23 Uhr: Zwei Seniorberater von McCain sehen "keinen Weg mehr zum Sieg".
04.36 Uhr: Felix Schwenzel von wirres.net skypet gerade im ZDFinfokanal.
04.38 Uhr: Zwei Quellen über den Ausgang des Wahlabends: 1 und 2
04.41 Uhr: So gegen 5 Uhr sollte eigentlich alles klar sein. Es gibt schon die ersten Gerüchte, dass McCain in der nächsten halben Stunde seine Niederlage eingestehen wird. Wie schon häufiger erwähnt, wenn Kalifornien an ihn geht und noch ein kleinerer Staat, ist er US-Präsident. Wenn keine großen Pannen mehr vorkommen, ist der Braten durch.
04.46 Uhr: Wieder ein tolles Hologramm bei CNN.

Ich wurde gefragt: Wie funktioniert das mit den Wahlmännern werden?
Jeder US-Bundesstaat wählt seine Wahlmänner (electors) nach den jeweiligen Regeln des Staates. So hat Florida z.B. andere Regeln diesbezüglich als Kalifornien. Bei der Wahl gilt das The-Winner-Takes-It-All-Prinzip (Mehrheitswahlrecht), das wiederum heißt, dass alle Entsandten derselben Partei angehören.
Das Electoral College wählt alle vier Jahre den US-amerikanischen Präsidenten. Sieger der Wahl ist jeweils der Kandidat, der die absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen auf sich vereint (also wieder Mehrheitswahlrecht). Sollte dann keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten zustande kommen, wählt das Represäntantenhaus als Kammer (die dem Volk am nächsten ist) den Präsidenten. Der Vize wird vom Senat gewählt.
Nach heutiger Zusammensetzung sind für einen Sieg eines Präsidentschaftskandidaten im Electoral College mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen nötig (diese genaue Zahl steht nicht in der Verfassung der Vereinigten Staaten fest, sondern wird vom Kongress nach dem Zensus bestimmt). Auch ein Kandidat, dem es gelänge, nur die Wahlmännerstimmen der elf bevölkerungsreichsten Bundesstaaten auf sich zu vereinen, würde so Präsident.
Hier ist der Zeitplan von Newsweek, der Rückblick der New York Times und Claus Kleber verbringt die Nacht im Netz. Gebloggt wird außerdem noch bei Lukas.
Ein frischer Linktipp führt zu Malte in den Spreeblick. Es geht um die Amtszeit von George W. Bush.
Selbst wenn McCain in allen Bundesstaaten gewinnen sollte, in denen es unentschieden steht, würde Obama neuer Präsident werden. Sollte John McCain die Mehrheit der tendenziellen Obama-Staaten gewinnen, würde Barack Obama immer noch neuer Präsident werden.
00.10 Uhr: Ich hab jetzt Donuts, Popcorn, Cola und Kaffee. Ich bin sowas von gewappnet!
00.15 Uhr: Also in Kentucky führt zunächst McCain. New Hampshire tendiert eher zu Obama.
00.23 Uhr: Alles da. CNN, ZDF, Twitter, Blogs und fünf andere Tabs auf. Es könnte stressig werden, ich verminder das mal.
00.31 Uhr: And the winner are: nytimes.com, coffeeandtv.de and heute.de. Congratulations!
00.36 Uhr: Witzigerweise wird bei Bundestagswahlen nicht so viel Theater gemacht, auch die Übertragungszeit ist kürzer.
00.40 Uhr: RTL-Übertragung sieht auch nicht so schlecht aus.
00.48 Uhr: Hier gibt es ganz aktuelle Trends.
00.52 Uhr: In 6 Minuten die neuesten Daten im ZDF.
00.55 Uhr: Gleich kommen hier also die ersten Hochrechungen an. In der Zwischenzeit noch etwas Interessantes über die irischen Wurzeln von Barack Obama und anderen ehemaligen US-Präsidenten.
01.00 Uhr: Kentucky an McCain, Vermont an Obama. Weder das eine noch das andere eine Überraschung.
01.05 Uhr: Das sind 3 WM für Obama und 8 für McCain.
01.10 Uhr: Ich will auch so ein CNN Election Center in meinem Haus!
01.12 Uhr: Diese Wahlen sind DAS Comeback von CNN! Definitiv!
01.13 Uhr: Als nicht unwichtige Randnotiz: Im Senat sieht's so aus: 40 zu 27 für die Demokraten. Und im Repräsentantenhaus: 6 zu 1 ebenfalls für die Demokraten.
01.20 Uhr: Im ZDF kommen viele Berichte mit Inhalt den ich schon kenne. Das ist so relativ langweilig. Wo ist eigentlich Claus Kleber?
01.24 Uhr: Ich verstehe nicht jedes Wort bei CNN, aber da wurde gerade eben eine Reporterin ins Studio holographiert! Der Wahnsinn! So müssen Nachrichten im 21. Jahrhundert aussehen!
01.31 Uhr: Ich verstehe die CNN-Daten nicht ganz, aber nach den ersten führt Obama in Florida zwischen 5 und 10 Prozent. Nach 1% der Auszählung. Ich wollts auch nur mal sagen.
01.38 Uhr: CNN hat auch für alles und jeden eine Analystengruppe.
01.40 Uhr: Gerade eben bekam die CNN-Vorhersage die 100% nicht voll. Jetzt schon: 57 zu 43 für Obama.
01.43 Uhr: Neues für den Senat: 41 zu 27 für die Demokraten. Repräsentantenhaus 8 zu 6 für Demokraten.
01.46 Uhr: Florida sieht nicht schlecht aus für Obama - jetzt. 55 zu 45 Prozent.
01.51 Uhr: Demnächst kommen einige wichtige Staatenergebnisse, shttp://www.blogger.com/img/blank.gifog. Battlegrounds, an die Öffentlichkeit.
01.53 Uhr: Im ZDFinfokanal wird Firefox benutzt. Sieht aus wie bei unserem örtlichen Lokalsender.
01.56 Uhr: Switchte zwischen ZDFinfokanal und CNN. Sieht aus wie der Umzug von einer Garage in eine Raumfähre.
01.57 Uhr: South Carolina für McCain. 16 zu 3 Wahlmänner.
01.57 Uhr: Gleich wirds stressig.
01.59 Uhr: 16 Bundesstaaten.
02.01 Uhr: Noch keine großen Überraschungen. Übrigens: Wenn die Felder gelb sind heißt das nicht, dass es dort knapp ist, es heißt bloß, dass man noch nichts dazu sagen kann.
02.05 Uhr: Bamm! 103 Wahlmänner für Obama, 34 für McCain. Missouri, Mississippi und Michigan sind "to close to call".
02.09 Uhr: Das ZDF hat andere Wahlmännerzahlen als die ARD. RTL und N24 haben auch nochmal unterschiedliche. Meine Daten kommen in diesem Fall vom ZDF.
02.21 Uhr: Senat: 45 zu 29 für Demokraten. Repräsentantenhaus: 22 zu 13 auch für die Demokraten.
02.30 Uhr: New Hampshire geht jetzt auch laut CNN an Barack Obama. Schmerzvolle Angelegenheit für John McCain, nicht aufgrund der Relevanz, aber dort macht er besonders intensiven Wahlkampf. Nicht Neues für die Wahlmännerzahlen.
02.35 Uhr: Alabama und Arkansas gehen an McCain. In der ARD bedeutet das 102-49 Wahlmänner.
02.43 Uhr: CNN gibt jetzt auch mal Pennsylvania an Obama.
02.44 Uhr: Kleiner Überblick über alle Wahlmännerzahlen: ABC: 103-49. NBC: 103-34. CBS: 102-45. CNN: 81-34. Fox News: 102-45. ARD: 103-49. ZDF:103-34. Was ist bei CNN los? So vorsichtig.
02.47 Uhr: Colorado, Nort Dakota, Texas so gegen 3 Uhr.
02.57 Uhr: Senat: 48 Demokraten, 29 Republikaner. 51 für die Mehrheit. Noch 23 zu vergeben. Repräsentantenhaus: 37 Demokraten, 25 Republikaner. 218 für die Mehrheit. Noch 373 sind unbesetzt.
03.02 Uhr: Laut ZDF: 175 Wahlmänner für Obama, 40 für McCain. CNN: 174-49.
03.06 Uhr: ABC: 154-49. NBC: 175-70. CNN: 174-49. Fox News: 159-85. CBS: 170-57. ZDF:175-40. ARD: 175-76. Wundert die Zahl von Fox News?
03.11 Uhr: Die CNN-Analysten stellen fest, dass es keinen Bradley-Effekt mehr gibt: "This country is grown up."
03.24 Uhr: Fox News gibt Ohio an Obama.
03.26 Uhr: ABC gibt Ohio auch an Obama.
03.28 Uhr: 51:48 in Florida nach 50 Prozent. CNN zieht in Sachen Ohio noch nicht nach.
03.30 Uhr: Mit den anderen sicheren demokratischen Staaten wie Kalifornien und Ohio würde Barack Obama die erforderlichen 270 durchbrechen! Barack Obama wird definitiv neuer amerikanischer Präsident. So weit lehne ich mich jetzt aus dem Fenster.
03.35 Uhr: Auch CNN gibt Ohio an Obama. Nach 15% der Auszählungen.
03:36 Uhr: Updates! ABC: 195-90. NBC: 200-85. CBS: 194-124. CNN: 194-69. Fox News: 200-90. ZDF: 76-195. Es hat noch nie ein Republikaner die Wahlen ohne Ohio gewonnen.
03.43 Uhr: Repräsentantenhaus: 98-59. Noch 278 unentschieden. Senat: 51-32. Noch 17 unentschieden. Damit haben die Demokraten dort die Mehrheit erreicht.
03.51 Uhr: CNN füttert Obama mit Nex Mexico.
03.54 Uhr: Um 4 Uhr gibt's im besten Fall Neues aus Iowa, Utah, Montana und Nevada.
03.57 Uhr: Die Wahlen sind so gut wie durch. Um ganz sicher zu gehen brauch er nur noch Florida oder Virginia oder einen ganz anderen Staat. In beiden Staaten führt er momentan. In Virginia trennen ihn nur wenige hundert Stimmen.
04.00 Uhr: Iowa an Obama. Utah und Kansas für Senator McCain. Wir warten auf Auflösungen aus Virginia und Florida.
04.01 Uhr: ABC schlägt Mississippi zu McCain: 200-130. CNN: 206-89.
04.03 Uhr: Iowa, Ohio und Nex Mexico waren 2004 noch republikanisch.
04.06 Uhr: Dass Barack Obama Ohio gewann, wurde auf der republikanischen Wahlparty nicht bekannt gegeben.
04.08 Uhr: Der Nochsenator aus Illinois brauch inklusive Kalifornien nur noch 9 Wahlmänner. Die wird er haben, da kann McCain noch so viele Terroristen erfinden.
04.13 Uhr: ABC: 207-135. NBC: 207-129. CBS: 206-135. CNN: 207-95. Fox News: 207-129. ZDF: 207-129. Laut diesen Zahlen noch 63 Wahlmänner. Und 55 hat er durch Kalifornien sicher.
04.20 Uhr: Jesse Jackson im ZDF-Interview. Nicht der Jackson, der andere Jackson.
04.23 Uhr: Zwei Seniorberater von McCain sehen "keinen Weg mehr zum Sieg".
04.36 Uhr: Felix Schwenzel von wirres.net skypet gerade im ZDFinfokanal.
04.38 Uhr: Zwei Quellen über den Ausgang des Wahlabends: 1 und 2
04.41 Uhr: So gegen 5 Uhr sollte eigentlich alles klar sein. Es gibt schon die ersten Gerüchte, dass McCain in der nächsten halben Stunde seine Niederlage eingestehen wird. Wie schon häufiger erwähnt, wenn Kalifornien an ihn geht und noch ein kleinerer Staat, ist er US-Präsident. Wenn keine großen Pannen mehr vorkommen, ist der Braten durch.
04.46 Uhr: Wieder ein tolles Hologramm bei CNN.

04.53 Uhr: Soeben wurde Barack Obama als Sieger von Virginia durch Fox News bekannt gegeben.
04.58 Uhr: Fox News-Spielstand: 220-138. In der ARD: 220-141. CNN gibt in diesem Moment Obamas Virginia-Sieg bekannt. 220 plus 55 gleich? Genau: 275!
Um 05.01 Uhr durchbrach Barack Obama laut CNN endgültig die 270er Marke, damit ist er der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich habe wahrhaftig Gänsehaut.
05.05 Uhr: Fox News, NBC, CBS und ABC ziehen nach.
05.09 Uhr: In diesem Moment sind wir alle Teil eines Wandels. Es wird Geschichte geschrieben. Wir werden ein anderes Amerika erleben.
05.15 Uhr: Laut Twitter hat John McCain bei Barack Obama angerufen, um ihm zu gratulieren.
05.19 Uhr: Der Republikaner tritt vor die Presse: John McCain gratuliert Barack Obama, der ausgebuht wird. Dies mildert der Senator aus Arizona mit beruhigenden Gesten. "Das ist eine historische Wahl."
05.22 Uhr: Seine Wähler sollen auf Obama zugehen.
05.24 Uhr: "Ich bin Sarah Palin sehr dankbar. Ich bin sehr froh, sie gewählt zu haben. Sie ist die beste Wahlkämpferin, die ich kennen gelernt habe." Wieso denn das jetzt!? Palin hat Tränen in den Augen. "Es war der schwierigste Wahlkampf der Neuzeit.[...] Jeder Kandidat macht Fehler, ich habe meine gemacht. Es ist trotzdem die größte Ehre meines Lebens.[...] Ich trage Liebe in meinem Herz für mein Land [...] Wir verstecken uns nicht, wir machen Geschichte."
05.30 Uhr: CNN-Moderator sagte gerade, dass es alle Zuschauer nie vergessen werden, wo sie in diesem historischen Moment waren. Da stimme ich zu.
05.31 Uhr: 333 Wahlmänner für Obama und 156 für McCain.
05.51 Uhr: Warten auf Barack dauert mir fast zu lange. Diese Rede muss noch drin sein.
05.57 Uhr: Barack Obama spricht zu seinen Anhängern. Gänsehaut pur! Bilder, die in die Geschichte eingehen werden.
06.04 Uhr: Es ist so ergreifend.
06.16 Uhr: Ich verabschiede mich. Ist das geil!
04.58 Uhr: Fox News-Spielstand: 220-138. In der ARD: 220-141. CNN gibt in diesem Moment Obamas Virginia-Sieg bekannt. 220 plus 55 gleich? Genau: 275!
Um 05.01 Uhr durchbrach Barack Obama laut CNN endgültig die 270er Marke, damit ist er der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich habe wahrhaftig Gänsehaut.
05.05 Uhr: Fox News, NBC, CBS und ABC ziehen nach.
05.09 Uhr: In diesem Moment sind wir alle Teil eines Wandels. Es wird Geschichte geschrieben. Wir werden ein anderes Amerika erleben.
05.15 Uhr: Laut Twitter hat John McCain bei Barack Obama angerufen, um ihm zu gratulieren.
05.19 Uhr: Der Republikaner tritt vor die Presse: John McCain gratuliert Barack Obama, der ausgebuht wird. Dies mildert der Senator aus Arizona mit beruhigenden Gesten. "Das ist eine historische Wahl."
05.22 Uhr: Seine Wähler sollen auf Obama zugehen.
05.24 Uhr: "Ich bin Sarah Palin sehr dankbar. Ich bin sehr froh, sie gewählt zu haben. Sie ist die beste Wahlkämpferin, die ich kennen gelernt habe." Wieso denn das jetzt!? Palin hat Tränen in den Augen. "Es war der schwierigste Wahlkampf der Neuzeit.[...] Jeder Kandidat macht Fehler, ich habe meine gemacht. Es ist trotzdem die größte Ehre meines Lebens.[...] Ich trage Liebe in meinem Herz für mein Land [...] Wir verstecken uns nicht, wir machen Geschichte."
05.30 Uhr: CNN-Moderator sagte gerade, dass es alle Zuschauer nie vergessen werden, wo sie in diesem historischen Moment waren. Da stimme ich zu.
05.31 Uhr: 333 Wahlmänner für Obama und 156 für McCain.
05.51 Uhr: Warten auf Barack dauert mir fast zu lange. Diese Rede muss noch drin sein.
05.57 Uhr: Barack Obama spricht zu seinen Anhängern. Gänsehaut pur! Bilder, die in die Geschichte eingehen werden.
06.04 Uhr: Es ist so ergreifend.
06.16 Uhr: Ich verabschiede mich. Ist das geil!
The night of the nights: Black or White, it's dangerous
Heute Abend geht's los. Schon um 22.45 Uhr auf ARD und ZDF, mit Talksendungen: Zum einen JBK und zum anderen Sandra Maischberger. (Ich empfehle das auf diesen Sendern zu schauen, n-tv/RTL und N24/Sat 1 übertragen natürlich auch, beide so gegen 0 Uhr)
Übrigens: Getwittert wird auch dazu.
[In den USA ist es natürlich: The day of the days (Es hat sich herausgestellt, dass meine Leser eher selten daher stammen)]
Im Anschluss daran beginnen die Anstalten dann mit ihren Analysen, Beiträgen und Ergebnissen. Die ersten Ergebnisse werden zwischen 01.00 Uhr und 02.00 Uhr erwartet. Wer dann der neue Chef im Weißen Haus wird, das steht spätestens zwischen 05.00 Uhr und 07.00 Uhr fest. Allerdings gibt es schon jetzt erste Probleme mit Wahlmaschinen und selbstverständlich sprechen wir über die MEZ.
der tagesschaum meldet sich zwischen 23.00 Uhr und spätestens um Mitternacht mit den ersten Kommentaren zur Wahlnacht, die ich mit einem ausgewiesenem Politfachmann verbringen werde: meinem Vater.
Bis dahin!
der tagesschaum meldet sich zwischen 23.00 Uhr und spätestens um Mitternacht mit den ersten Kommentaren zur Wahlnacht, die ich mit einem ausgewiesenem Politfachmann verbringen werde: meinem Vater.
Bis dahin!
Übrigens: Getwittert wird auch dazu.
[In den USA ist es natürlich: The day of the days (Es hat sich herausgestellt, dass meine Leser eher selten daher stammen)]
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Noch eine halbe Ewigkeit
Vergangene Nacht (MESZ) strahlten verschiedene Fernsehsender die letzte TV-Debatte von Barack Obama (D) und John McCain (R) aus. Jetzt sind es noch 456 Stunden bzw. 19 Tage bis zum entscheidenden 4. November. In der dritten Fernsehdiskussion der beiden Bewerber für das Weiße Haus sah es für mich das erste Mal nicht so aus, als ob McCain viel schwächer abgeschnitten hätte. Damit teile ich nicht die Meinung der Zuschauer, die eine Umfrage von CNN ergab. McCain wirkte zunächst souverän und imponierte mit sachlichen Antworten, er warete den richtigen Moment ab, um sein vorgefertigtes Zitat einsetzen zu können, doch später wurde er wieder nervös und zornig. Für die US-Wähler war er wieder der alte und böse Mann.
"Ich bin nicht George W. Bush. Wenn Sie gegen ihn antreten wollen, hätten Sie vor vier Jahren kandidieren müssen."
Damit glänzte der Republikaner das erste Mal seit langer Zeit wieder auf. Dass er sich bei dem Titel seiner Vizepräsidentin versprach, indem er statt Gouverneurin Senatorin sagte büßte allerdings wieder Kompetenzpunkte ein. Doch diesmal erwähnte er sie wenigstens, wenn auch gezwungenermaßen, da der Moderator Bob Schieffer nach ihr fragte.
Beide sprachen die ganzen 90 Minuten nur von Ausgaben, Einsparungen waren kaum das Thema. Wie man das 455 Milliarden Dollar schwere Haushaltsloch stopfen will, konnten sie nicht beantworten. Die beiden Bewerber propagieren Steuererleichterungen und Ausgaben in verschiedensten Bereichen, doch woher sie das Geld nehmen wollen, das weiß keiner. Der Anfang könnte bei zahlreichen unsinnigen Ausgaben für Militär gemacht werden. Egal wer den Posten in Washington antritt, er muss zuerst den großen Haufen Müll, den Bush hinterlässt, aussortieren und wegfegen - mit McCain kommt eben nur ein Recylingprodukt heraus.
McCain hatte trotzdem typische republikanische Teile, so widersprach er Obamas Steuererleichterungen und führte dazu ein schon von Obama bekanntes Beispiel vor: der einfache Klempner Joe. Für die heftige Kampagne kritisierten sich beide gegenseitig, obwohl McCain ohne Frage die aggressivere führt, schließlich stellt der Senator aus Illinois seinen Kontrahenten nicht als Gefahr dar. McCain zog während der Debatte abermals die Terroisten-Karte, allerdings sanken bei solchen Bemerkungen die Sympathiewerte. Diese kommen gerade bei den Wechselwählern nicht an, die Amerikaner sind die Schmutzkampagnen leid und sehnen sich vor allem in dieser Zeit nach sachlicher Politik.
Das stellt das Wahlkampfteam um den Maverick vor ein Problem. Die Art und Weise des Veterans kommt nicht an, auch wenn er sich mal volksnah gibt. Und jetzt ist die ganze große Bühne passé, neue Waffen müssen her. Wie viel Schmutz schadet? Oder schadet Schmutz aller Art? Die McCain-Truppe hat so gut wie keine Mittel mehr zur Verfügung das Ruder doch noch herumzureißen; die Debatten sind vorüber und die politischen Positionen klar. Der Demokrat hat sogar noch ein Ass im Ärmel: Sechs Tage vor den Wahlen wendet sich Obama nochmals an das Volk. Wie er das macht? Er kaufte sich für viel Geld Sendezeit in der Primetime. Eine halbe Stunde wird er zu dem US-Volk sprechen und seine Pläne präsentieren. Seinem politischen Gegner ist dies aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich.
Nach neuesten Ergebnissen führt Obama in den Umfragen um die 10 Prozent vor dem Senator aus Arizona. Ob die Wähler das in der Wahlkabine auch ankreuzen ist noch nicht gesagt. Bei weißen Wählern wird gezweifelt, ob sie auch wirklich dahinter stehen und ohne jegliche rassistische Vorbehalte diese Wahl treffen. Ich rechne damit, dass es schon vereinzelte Bürger gibt, die nicht ehrlich genug in Umfragen antworten. Doch ob sie sich bei anonymer Wahl auch nicht trauen den wahren Favoriten anzugeben, stelle ich doch sehr in Frage. Es sind nur noch knappe drei Wochen, doch das ist im Wahlkampf eine halbe Ewigkeit. Ein Anschlag oder eine wichtige außenpolitische Sicherheitsfrage kann John McCain noch helfen. Seine Position kann sich dann bei den Wählern noch verbessern, momentan schaut es nach einem Sieg des demokratischen Barack Obama aus.
Informationen zu Positionen der beiden Bewerber gibt es hier.
Beide sprachen die ganzen 90 Minuten nur von Ausgaben, Einsparungen waren kaum das Thema. Wie man das 455 Milliarden Dollar schwere Haushaltsloch stopfen will, konnten sie nicht beantworten. Die beiden Bewerber propagieren Steuererleichterungen und Ausgaben in verschiedensten Bereichen, doch woher sie das Geld nehmen wollen, das weiß keiner. Der Anfang könnte bei zahlreichen unsinnigen Ausgaben für Militär gemacht werden. Egal wer den Posten in Washington antritt, er muss zuerst den großen Haufen Müll, den Bush hinterlässt, aussortieren und wegfegen - mit McCain kommt eben nur ein Recylingprodukt heraus.
McCain hatte trotzdem typische republikanische Teile, so widersprach er Obamas Steuererleichterungen und führte dazu ein schon von Obama bekanntes Beispiel vor: der einfache Klempner Joe. Für die heftige Kampagne kritisierten sich beide gegenseitig, obwohl McCain ohne Frage die aggressivere führt, schließlich stellt der Senator aus Illinois seinen Kontrahenten nicht als Gefahr dar. McCain zog während der Debatte abermals die Terroisten-Karte, allerdings sanken bei solchen Bemerkungen die Sympathiewerte. Diese kommen gerade bei den Wechselwählern nicht an, die Amerikaner sind die Schmutzkampagnen leid und sehnen sich vor allem in dieser Zeit nach sachlicher Politik.
Das stellt das Wahlkampfteam um den Maverick vor ein Problem. Die Art und Weise des Veterans kommt nicht an, auch wenn er sich mal volksnah gibt. Und jetzt ist die ganze große Bühne passé, neue Waffen müssen her. Wie viel Schmutz schadet? Oder schadet Schmutz aller Art? Die McCain-Truppe hat so gut wie keine Mittel mehr zur Verfügung das Ruder doch noch herumzureißen; die Debatten sind vorüber und die politischen Positionen klar. Der Demokrat hat sogar noch ein Ass im Ärmel: Sechs Tage vor den Wahlen wendet sich Obama nochmals an das Volk. Wie er das macht? Er kaufte sich für viel Geld Sendezeit in der Primetime. Eine halbe Stunde wird er zu dem US-Volk sprechen und seine Pläne präsentieren. Seinem politischen Gegner ist dies aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich.
Nach neuesten Ergebnissen führt Obama in den Umfragen um die 10 Prozent vor dem Senator aus Arizona. Ob die Wähler das in der Wahlkabine auch ankreuzen ist noch nicht gesagt. Bei weißen Wählern wird gezweifelt, ob sie auch wirklich dahinter stehen und ohne jegliche rassistische Vorbehalte diese Wahl treffen. Ich rechne damit, dass es schon vereinzelte Bürger gibt, die nicht ehrlich genug in Umfragen antworten. Doch ob sie sich bei anonymer Wahl auch nicht trauen den wahren Favoriten anzugeben, stelle ich doch sehr in Frage. Es sind nur noch knappe drei Wochen, doch das ist im Wahlkampf eine halbe Ewigkeit. Ein Anschlag oder eine wichtige außenpolitische Sicherheitsfrage kann John McCain noch helfen. Seine Position kann sich dann bei den Wählern noch verbessern, momentan schaut es nach einem Sieg des demokratischen Barack Obama aus.
Informationen zu Positionen der beiden Bewerber gibt es hier.
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