Donnerstag, 6. März 2008

Heide Ypsilanti?

Frau Ypsilanti schrie wochenlang in sämtliche Mikrofone, dass sie nie und nimmer in irgendeiner, aber auch nur in irgendeiner Art und Weise mit der Partei Die Linke zusammenarbeiten wird.
Na gut, offenbar hat sie vergessen wie das Wahlsystem in Deutschland funktioniert. Nicht die Opposition sagt, was sie nicht will - nein! - die Wähler sagen was sie wollen und dann sollen die Politiker mal machen.
Der Wähler an sich ist ohnehin unberechenbar, siehe George W. Bush oder siehe nicht Russland. Er wählt was er will und ist manchmal unerzogen. Er lässt sich von Kleinig- und Großigkeiten leiten.

Jetzt muss Andrea Ypsilanti also tatsächlich eine Zusammenarbeit mit Die Linke anstreben, konnte ja niemand ahnen, dass die FDP sich wie ein kleines Kind benimmt und geht, wenn es nicht mitspielen darf. Doch war das so unerwartet?
Haben Sie, liebe Frau Ypsilanti, allen Ernstes damit gerechnet, dass die FDP einen Wortbruch machen wird um einen Wortbruch Ihrer Parei zu vermeiden, nee?

Dass eine Partei einknicken werden wird war klar. Das bringt uns ein Fünf-Parteien-System. Iiihhh, schmeckt das denn auch? Pfui! Das will ich nicht!
Gut, der eine oder andere Politiker kann sicherlich auch nur bis vier zählen, doch die Schweden haben ganze sieben Parteien in ihrem Parlament!!! "7!? SIEBEN!?", mag jetzt jemand laut aufschreien. Richtig, es sind SIEBEN! Das ist eine ganze Menge...
Da wird mir dann auch klar warum wir Probleme mit fünf haben, das sind ja weniger. Andere Parteien die stinken, z.B. offenbar Die Linke, sind dann weniger. Man kann also nicht so viele dissen. Ronald Pofalla sitzt aus diesem Grund manchmal ganz traurig im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin und weint vor sich hin. (Schade, hier kann man ihn nicht parodieren) Soviel zur neuen Parteigliederung.

Mittlerweile ist Frau Simonis, äh, Frau Ypsilanti also aus ihrem Traum aufgewacht und denkt wieder klar. Also sie muss wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und eine Koalition mit Die Linke eingehen, auch wenns schwer fällt.
Tatsächlich ist eine Große Koalition unvorstellbar, eine Ampel ebenso. Und da ist er wieder: Willkommen zurück im Spiel, der naive Teil von Andrea Ypsilanti. Eine Zusammenarbeit kann verschiedene Facetten haben: entweder eine Rot-Rot-Grüne Koalition oder eine Tolerierung durch Die Linke, sprich: sie lässt sich mal eben als Ministerpräsidentin aufstellen und wird eventuell gewählt. Von 110 Stimmen brauch Ypsilanti 56, doch sie hat nur 57. Also darf maximal eine Dagmar Metzger in ihren Reihen sein. Ansonsten wird es ein Debakel und ein Jahr später tritt sie bei Let's Dance oder so auf.

Nanu, Die Linke stellt plötzlich auch Forderungen an die Hessen-SPD. Sie möchte Änderungen bei Hartz-IV, öffentliche Aufträge nur an Firmen die den Mindestlohn bezahlen und eventuell den Kommunismus einführen.*
Wobei Herr Gysi und Hessen-Fraktionschef Willi van Ooyen (Aussprache!?) sich bei den Forderungen auch noch nicht einig sind.
Es bleibt interessant und vielleicht auch dramatisch bis zum und vor allem am 5. April bei der Wahl im Wiesbadener Landtag: Muss Andrea tanzen? Bekommt Die Linke was sie will? Und was, verdammt nochmal, macht eigentlich Roland Koch!?


Newsflash: Guido Westerwelle äußerte sich zum SPD-Wortbruch in Hessen. Echt? Halt die Fresse! Mit Verlaub, Herr Westerwelle erinnert momentan aber doch eher an eine politische Prostituierte die regelmäßig in Interviews anschaffen geht. Ich wollte die Nutten nicht beleidigen, entschuldigen Sie.

(*Upps, verschrieben.)

Kommentare:

Novem hat gesagt…

Unglaublich gut geschrieben, also ich denke, wenn du mal 18 bist kannst dich echt irgendwo bewerben vielleicht bekommst ja mal die Chance nen Artikell zu veröffnetlichen, Respekt.

Marcel Emmerich hat gesagt…

Danke für die Blumen!

(Hat jemand eine Vase zur Hand um sie reinzustellen?)

Novem hat gesagt…

Nuja, jetzt isse ja aber von ihrer Kandidatir zurückgetreten und das Thema hat sich erledigt.