Montag, 23. März 2009

Im Spiegel

Heute war eine Ausgabe des Spiegels an mich adressiert im Briefkasten. Wieso?

Da ich Abonnent des NEON-Magazins und gleichzeitig begeisterter Leser des Magazins bin, habe ich vor wenigen Wochen einen Brief der deutschen Post bekommen, bzw. Deutsche Post Service oder so ähnlich. In dem Schreiben wurde ich darum gebeten, dass ich mich telefonisch melde, damit man Rückfragen klären könne. Da das Abo bald auslaufen könnte, dachte ich mir, dass es bestimmt darum ginge. Falsch gedacht. Im Telefonat wurde ich dann lediglich gefragt, wie mir die Zeitschrift gefalle und ob ich mit dem Abo zufrieden sei, was ich teils bejahte, da es mich stört, dass der Adresskleber immer auf dem Titelblatt ist - der gehört auf die Rückseite! Kurz darauf waren wir dann schon beim Thema Angebot. Ich könne jetzt eine beliebige Zeitschrift 12 Monate ordern, wobei ich die ersten drei Monate kostenlos, die nächsten neun günstiger erhielte. Da ich auf so etwas grundsätzlich eher reserviert reagiere, habe ich mal ungefähr unbeeindruckt reagiert. Die Dame fragte dann, welcher Themenbereich mich denn besonders ansprechen würde, ich antwortete "Politik" und sie hakte weiter nach mit: "Focus? Stern? Spiegel?". Dabei ist es witzig den Stern und den Focus überhaupt dem Themenbereich Politik zuzuordnen. Ich entgegnete der Frau mit den Worten: "Am ehesten noch den Spiegel.", was auch mein Fehler war, wie sich herausstellen sollte, aber zunächst mal weiter im Text. Danach sagte sie mir, dass ich noch Post bekommen würde, in welcher dann nochmal genau beschrieben sei, wie viel das Ganze kostet, etc. Damit war ich auch einverstanden. Ich dachte mir, das könne man sich ja mal durchlesen. Am Ende des Telefonats gab es jedoch eine überraschende Wendung:
Ich: "Auf Wiedersehen und schönen Tag noch!"
Sie: "Ihnen auch. Vielen Dank und viel Spaß mit dem Spiegel-Abo!"
WAS!?
Ich war dann doch etwas überrascht, war mir aber sicher, dass sie das meinte, falls ich mich dafür entscheiden sollte. Das war natürlich Quatsch. Wenige Tage bekam ich Post, in dem Brief wurde mir zum Abo gratuliert und mein Vertrag erklärt, aus dem ich nicht mehr heraus könne. Als aufmerksamer Schüler des Wirtschaftslehre-Unterrichts, weiß ich natürlich, dass ich gar nicht das Recht habe solche Verträge abzuschließen. Also hab ich meine Mama anrufen lassen, die hat das dann auch mal schnell erledigt. Doch was wäre, würden wir die Zeit um genau 50 Nächte vordrehen? Dann wäre ich in voll geschäftsfähig und in einem Vertrag gefesselt, den ich nicht abgeschlossen habe. So nah hab ich die Methoden noch nicht erlebt und frage mich daher, wie man es als PolitikerIn für richtig halten kann, dass Menschen telefonisch in der Lage sein können Verträge abzuschließen. Das gehört schlicht und einfach verboten!

Da die Bestellung trotzdem schon abgesendet war, habe ich jetzt eine Ausgabe bekommen. Ich soll sie als kostenlose Probeausgabe betrachten. Nett.

Kommentare:

Lukas hat gesagt…

da es sich dabei um ein fernabsatzgeschäft handelt, hättest du auf jeden fall ein 14tägiges widerrufsrecht gehabt...

Marcel hat gesagt…

Gut zu wissen. So weitreichend musste ich mich glücklicherweise nicht informieren, aber eine Frechheit bleibt es.

Rolf hat gesagt…

Die Politik hat übrigens reagiert und im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb festgelegt, dass telefonische Werbung verboten ist und mit einem Bußgeld geahndet wird. Soweit die Theorie. In der Praxis ist es sehr schwer, die Unternehmen, die dafür verantwortlich sind, überhaupt herauszufinden.