Donnerstag, 29. Januar 2009

Reaktion von Westpol

Nachdem ich hier meine Antwort auf den Westpol-Bericht veröffentlicht habe, habe ich selbige an die Redaktion der Sendung gesendet. Mittlerweile haben die Damen und Herren von Westpol sich nochmal bei mir gemeldet und das sieht dann wie folgt aus:
Sehr geehrter Herr Emmerich,

vielen Dank für Ihre Mail an unsere Redaktion und Ihr Interesse an
unserer Sendung. Es hat uns gefreut, dass Sie sich bereit erklärt haben,
unserer Autorin für ihren Film als Gesprächspartner zur Verfügung zu
stehen.

Sie machen nun Ihrem Ärger über unseren Bericht vom Parteitag der
Grünen und die Rolle der Blogger Luft. Gestatten Sie mir dazu einige
Bemerkungen.

Dass Sie das Angebot der Grünen angenommen und von dem Parteitag
berichtet haben, finde ich absolut nachvollziehbar. Dafür brauchen Sie
sich meines Erachtens auch nicht zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Ihr
Engagement in der Sache ist lobenswert. Wir haben Ihnen auch nicht, wie
Sie behaupten, Ihre Glaubwürdigkeit abgesprochen. Darum geht es
überhaupt nicht.

Problematisch ist aus unserer Sicht allein die Tatsache, dass eine
politische Partei Berichterstatter dafür bezahlt oder entschädigt, dass
sie über sie berichten. Unsere Auffassung von unabhängigem Journalismus
ist das jedenfalls nicht. Sie selbst mögen für sich Unabhängigkeit und
Integrität in Anspruch nehmen. Hier geht es aber um eine Frage von
grundsätzlicher Bedeutung. Wenn etwa Firmen oder andere Institutionen
für scheinbar unabhängige Berichterstattung über sie bezahlen, ist
das eine Sache. Eine andere ist es, wenn Parteien das tun, eben wegen
der herausgehobenen Bedeutung, die Parteien für die politische
Willensbildung in unserer pluralistischen Demokratie haben. Und da sehen
wir es als unsere Pflicht an, genau hinzusehen und über solche
Entwicklungen zu berichten.

Unser Ziel war es zu zeigen, dass es den Grünen durch ihr Engagement
gelungen ist, auf Blogseiten präsent zu sein. Allein zu erreichen, DASS
berichtet wird, ist eben auch eine Form von Einflussnahme. Es ging uns
nicht darum, eine Kontroverse zwischen Bloggern und Journalisten über
den richtigen Weg zur Wahrheit zu thematisieren.

Der Vorwurf, der WDR würde eine Kampagne gegen Blogger oder gar das
Internet inszenieren, geht ins Leere. Sollte Ihnen an einer ernsthaften
Debatte gelegen sein, empfehle ich Ihnen, sich mit den Rahmenbedingungen
und der Konstruktion öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland
eingehender vertraut zu machen und die umfangreichen Programmangebote
des WDR kritisch zu prüfen. Dann dürften sich Ihre Vorwürfe
verflüchtigen.

Ich hoffe, dass Sie unsere Sendung weiter interessiert und vor allem
engagiert verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen,


Jochen Trum
WDR Fernsehen
Redaktion Landespolitik

Dienstag, 27. Januar 2009

Sat 1 - Mehr Palaver

Sie kommt wieder. Es war nur eine Frage der Zeit. Sie gönnt uns keine Ruhe. Die Rede ist von Sabine Christiansen. Pünktlich zum Wahljahr heuert sie bei einem deutscher TV-Sender an, der berühmt berüchtigt für seine seriösen und kompetenten Informationsangebote ist. Mit Formaten wie dem Sat 1-Frühstücksfernsehen, dem Das Sat 1-Magazin oder den Sat 1 Nachrichten machte man sich über Jahre einen Namen im journalistischen Fernsehallerlei.
Da ist es nur konsequent, jetzt eine Palaverin mit ins Boot zu holen, denn eine Polit-Talkshow würde Kai Pflaume oder Hugo Egon Balder nun wirklich keiner abnehmen. Die Sendung , mit dem Arbeitstitel "Wahlarena", soll allerdings nur ein Projekt zur Bundestagswahl 2009 sein, also eine kurzweilige Sendedauer haben
Die Themen der Sendungen sehe ich auch schon förmlich vor meinen Augen:
  • "Deutschland, was jetzt?"
  • "Deutschland in der Krise: Keine Ideen, keine Konzepte - Was nun?"
  • "Politiker im Internet - Wie gefährlich ist das Netz?"
  • "Obama bewegt sich - Was macht Deutschland?"
  • "Twitter, Blogs und Facebook - Wie kaputt sind die Internetnutzer?"
  • "Was ist los, Vater Staat?"
Ich freue mich über die Krisendiskussionen über Deutschland und ganz besonders auch über die Co-Moderation von Der Baader Meinhof Komplex alias Stefan Aust.

Die 25 schönsten Themen von Sabine Christiansen aus dem Fernsehlexikon.

Ich mach grün - Rückblick

Bevor ich in den nächsten Tagen noch ein paar Bilder zur Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen hochladen werde, möchte ich noch ein paar Gedanken zu meinem Besuch loswerden. Die Betreuung der attraktiven Begleiterinnen war sehr gut, auch nicht zu vergessen die des attrakitven Malte Spitz'. Wir wurden mehrmals täglich gefragt, ob alles in Ordnung sei, Interviews wurden ermöglicht und - zumindest - mein Internetzugang hatte zu keinem Zeitpunkt irgendei Problem.
Um näher an den Themen und Debatten des Parteitags zu sein, wäre es sicherlich ein Vorteil gewesen, uns weiter vorne zu platzieren.
Die BDK in Dortmund drehte sich um das Thema Europa, dabei wurde die Europawahlliste bis Platz 25 aufgestellt. Das Motto war "Europa klar machen". Die drei Tage waren spannend und interessant. Es war schön zu sehen, wie sich Spitzenpolitiker verhalten, ohne dass eine Kamera auf sie gerichtet ist. Poltiker sind eben auch nur Menschen. Teilweise zog sich der Parteitag auch wie ein Stück Kaugummi von einem zum anderen Ende.
Leider habe ich von den Beschlüssen nicht so viel mitbekommen. Eine Bundesdelegiertenkonferenz zu einem innerparteilich umstrittenerem Thema wäre natürlich besser gewesen, trotzdem bekam man auch auf diesem Europa-Parteitag einen weitreichenden Einblick in die wirklichen Strukturen eines Parteitags, abseits von Phoenix, Tagespresse oder dem heute-journal.
Viele Reden wurden in den drei Tagen gehalten, dabei habe ich mir ein paar Lieblingsreden herausgesucht und diese in eine Top 5 sortiert.

5. Platz: Reinhard Bütikofer




4. Platz: Michael Cramer



3. Platz: Arvid Bell
Die Grünen haben das Video dazu leider (noch) nicht online gestellt. Ich gehe allerdings auch nicht mehr davon aus, dass selbiges noch geschehen wird.



2. Platz: Werner Schulz



1. Platz: Ska Keller

Montag, 26. Januar 2009

WDR über Blogger

Am Wochenende in Dortmund besuchte uns eine Redakteurin des WDR-Magazins "Westpol". Gestern Abend strahlte der WDR die Sendung dann aus, wer es verpasst hat, kann es an Ort und Stelle nochmal sehen.
Wie schon in der Diskussion mit David Schraven wurde über die angeblich verlorene Unabhängigkeit der Blogger berichtet. Ich schreibe es gerne noch einmal, dass ich 17 Jahre alt bin und lediglich ein monatliches Taschengeld beziehe. Mit meinen finanziellen Möglichkeiten bin ich also nicht in der Lage eine Fahrt von 200 Euro und für den Aufenthalt zu bezahlen. Zu sagen, dass ich es dann bleiben lassen sollte, halte ich für ungerecht. Wer so argumentiert, möchte auch Stipendien an gute Schulabsolventen verbieten, Sozialhilfen absetzen und die GEZ aufheben, denn ohne die wäre der ganze Beitrag gar nicht möglich gewesen. Wer also von Unabhängigkeit berichtet, sollte selbige auch in den eigenen vier Wänden betreiben.
Die Off-Stimme aus dem WDR-Bericht sagt:
"Kann man so etwas wie Unabhängigkeit in Blogs überhaupt erreichen, schließlich sind sie so etwas wie private Tagebücher, kein Journalismus."
Man spürt förmlich, wie die Redakteurin am liebsten fünf Ausrufezeichen ans Satzende geknallt hätte und suggeriert, dass Journalisten unabhängig seien, womit wir bei dem alten Blogger vs. Journalisten-Kampf angelangt sind. An der Stelle erwähne ich, dass David Schraven selbst Journalist ist. (Berichtigung: Er hat lediglich vor etwa zehn Jahren etwas für den WDR gemacht. Ist für seine Kontakte zum WDR aber nach wie vor bekannt.)
Ein Journalist, der hinter sich Redaktionen, Herausgeber, Intendanten, Geschäftsführer, Verleger, Verlage, Chefredakteure, etc. hat kann nicht unabhängig sein, lieber WDR! Das ist vollkommen unmöglich. Öffentlich-rechtliche Anstalten sind abhängig von den jeweiligen Landesregierungen, anders ist der Stock, der dem SWR im Hintern steckt auch nicht erklärbar.

Wer mein Blog, wie es weder der gesponsorte Herr Schraven noch die gesponsorten Redakteure des WDRs längerfristig, gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich in meinen Ansichten durchaus eine politische Nähe zu den Grünen habe. Viele Texte wurden nicht gelesen, schließlich habe ich schon im Vorfeld meine Mitarbeit innerhalb der Grünen Jugend erwähnt und habe in nächster Zukunft aufgrund der großen Politik nicht vor, in die Partei einzutreten. Allerdings hinderte mich dies nicht an einer objektiven Berichterstattung, ebenso wenig die finanzielle Unterstützung der Partei. Soll politische Aktivität zukünfitg objektives Bloggen verbieten? Mir ist vollkommen klar auf was der Beitrag des WDRs zielt, nämlich auf das Medium Internet. Der Kommentar der Westpol-Moderatorin zeigt das sehr deutlich:
"Die PR-Maschine hat also auf jeden Fall schon mal funktioniert, das muss man sich als Nutzer des Internets immer wieder klar machen."
In diesem Satz ist die Angst, die das Fernsehen vor dem Internet hat, richtig zu spüren. Dem Zuschauer wird eindringlich gesagt, dass nur auf das Fernsehen Verlass wäre, in Sachen Unabhängigkeit, was natürlich großer Blödsinn ist.
Besonders verwunderlich ist es nicht, dass David Schraven Teil dieser Kampagne ist. Als Journalist ist auch sein Arbeitsplatz gefährdet. Sein Blog betreibt er täglich, um andere Dinge zu berichten. Man muss sich schließlich absichern, falls es in der Zeitungsbranche keinen Platz mehr gibt. In dieser Branche schreibt er übrigens für den größten deutschen Blender-Verlag, der berühmte Axel Springer-Verlag, welche das Blatt Die Welt besitzt und damit fast für keine abhängigere Zeitung schreiben könnte. Dieser Blogger setzt auf die Unabhängigkeit der Blogger und entzieht ihnen eben diese, indem er sie abhängig an die gesamte Blogosphäre nagelt. Generell entzieht die Abhängigkeit an die Unabhängigkeit wiederum jegliche Anhängigkeit. Wer seinen "Status" als Blogger authentisch beibehalten sollte, der sollte Geschriebenes und Gesagtes auch selber vorleben. Das greift die Glaubwürdigkeit viel weitreichender an als jedes Parteitagsgeblogge.
Gegen das bezahlte Bloggen für Unternehmen bin ich auch, schließlich wird dort nicht freischaffend über ein Produkt geschrieben, sondern gezielt Geld bezahlt. Der WDR wirft ein anderes Licht darauf. Und zwar auf die gesamte Blogosphäre, was von Anfang an das Ziel war. Herzlichen Glückwunsch, Herr Schraven, dass Sie auch Teil dieser Kamapne waren. Sie haben entweder sich als Journalisten geholfen oder sich als Blogger und der Szene geschadte, suchen Sie es sich doch einfach aus - ganz unabhängig.
Dass ich nicht objektiv war kann man mir beim besten Willen nicht vorwerfen. Mit Sätzen wie
11:52 Uhr: Fritz Kuhn ist hier! Er hat ausgeschmollt.
oder
12:28 Uhr: Hm, wer spricht da vorne gerade? Ah, jetzt wirds eingeblendet: Claudia Roth.
oder auch
14:07 Uhr: Wenn viele in der Halle in Gespräche vertieft sind, Zeitung lesen und durch die Gegend gehen, dann tendiert die Relevanz des Themas gen null.
habe ich der Partei sicherlich keinen Honig um den Mund geschmiert. Ich habe mich selber dafür entschieden, an diesem Parteitag teilzunehmen. Ich würde liebend gern auf einen Parteitag der CDU oder FDP gehen, allerdings kann ich mir die anfallenden Kosten nicht leisten. Deswegen halte ich es nach wie vor für lächerlich mir die Glaubwürdigkeit abzusprechen, weil ich für eine Tätigkeit, die mir Spaß macht, Unterstützung erhalten habe und leider nicht das Geld habe 300 Euro fürs Bloggen auszugeben. An dieser Stelle bedanke ich mich bei den Grünen für die freundliche Betreuung vor Ort, die gegebende Schreibfreiheit und muss feststellen, dass weder der WDR noch David Schraven im 21. Jahrhundert angekommen sind.
Aber wie sagte die WDR-Redakteurin vor Ort so schön zu mir?
"Unsere Zuschauer sind um die 60."
Das wird ja wohl nicht noch Gründe haben, oder?

Interview mit Grünen

Das Interview mit der grünen Europakandidatin Ska Keller gibt es hier jetzt als Audio-Datei. Leider versagt die Technik so, dass es das dazugehörige Video leider nicht mehr geben wird. Entschuldigung!

An dieser Stelle bedanke ich mich nochmal bei meinen Interviewpartnern Ska Keller, Hans-Christian Ströbele, Tarek Al-Wazir und Cem Özdemir für die aufgebrachte Zeit, ihre Lockerheit und die offenen Antworten.
Das andere Dankeschön geht an Achim, der hinter der Kamera stand.



Hans-Christian Ströbele, der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag:


Link: Interview Stroebele Teil 1 BDK09



Link: Bdk ströbeleteil2



Tarek Al-Wazir, der hessische Fraktionsvorsitzende

Link: Interview mit Tarek Al-Wazir BDK09



Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Grünen

Link: Interview mit Cem Özdemir BDK09

Sonntag, 25. Januar 2009

Ich mach grün III

Den heutigen Sonntag beginne ich gleich mit einem Zitat eines Journalisten. (Davor verweise ich aber noch auf ein paar BDK-Fotos.)

Auf dem Weg aus dem Pressecenter heraus sagte ein Journalist zum anderen:
"Im Vergleich mit gestern werden die heute noch sehr beschäftigt sein."
Messerscharf erkannt!

9:32 Uhr: Das Präsidium hat beschlossen, dass alle, die sich gestern schon vorgestellt haben jetzt nochmal für zwei Minuten eine Gelegenheit bekommen.

9:35 Uhr: Angelika Beer hat sich gerade nochmal vorgestellt und erklärte, dass sie hier Standfestigkeit bewiesen habe.

9:36 Uhr: Hiltrud Breyer erinnert an ihre Umwelt- und Verbraucherschutzkenntnisse.

9:39 Uhr: Karolin Haarmann ist Energieeffizienz sehr wichtig. Wem das hier im Saal nicht wichtig ist, der möge dich bitte gehen.

9:48 Uhr: Nathalie Licard hat sich hier für Platz 12 beworben.

9:52 Uhr: Die Abstimmung ist eröffnet. Ein Trommelwirbel hätte schon was.

9:55 Uhr: So langsam fängt Angelika Beer an, mir Leid zu tun. Hiltrud Breyer mit 26 % und Elisabeth Schrödter mit 32 % im 2. Wahlgang. Gisela Kallenbach ist auch noch im Rennen.

9:57 Uhr: Auf Hiltrud Breyer fielen 34 Prozent der Stimmen. 14 % entschieden sich für Gisela Kallenbach und Elisabeth Schroedter erreichte 49,4 %. Es folgt ein dritter Wahlgang.

10:01 Uhr: Schroedter ist m°it 57 Prozent durch.

10:05 Uhr: Jetzt der 14. Platz und Kevin Akpomuje stellt sich nochmal zwei Minuten vor. Der fragt immer wie es uns und den Delegierten geht. Also mir geht's gut, ich bin nur etwas müde, aber ansonsten so fit wie ein Turnschuh von Joschka Fischer. Was macht der eigentlich? Also der Turnschuh.

10:08 Uhr: Platz 14 auf der Europawahlliste der Grünen ist der letzte, der noch realistische Aussichten auf einen Abgeordnetenplatz hat.

10:13 Uhr: Jochen Dreetz erinnert mich an Olaf Schubert. Nicht optisch.

Hier gab es Diskussionen darüber, dass Bütikofer und Harms gestern eine längere Redezeit hatten als alle anderen. Die beiden hatten aber die gleiche.

10:47 Uhr: Gerald Häfner wurde mit 52 Prozent gewählt, das ist ihm aber scheißegal. Er bezeichnet seinen Platz als aussichtslos. Er ist sich nicht mal sicher, ob es für Büti reichen wird.

10:58 Uhr: Ist Andrea Ypsilanti jetzt bei den Grünen?












10:59 Uhr: Ah, ne, das ist Rebecca Harms.

11:05 Uhr: Hinter dem hochmodernen Bloggercenter mit Steckdosen hat sich eine lange Schlange gebildet. Die Delegierten wollen alle ein Foto mit Claudia Roth und Cem Özdemir. Teilweise wollen sich die Parteimitglieder danach nie wieder waschen. Da fällt mir noch ein Witz: Sagt die eine Schlange zur anderen: "Stell dich nicht so an!".












Das Interview mit Cem Özdemir gibt es jetzt endlich online:

Link: Interview mit Cem Özdemir BDK09

Und sobald die BDK vorbei ist hauen alle Grünen-Leser wieder ab. Ich fühle mich so benutzt.

In der Zeit, in der die Delegierten sich überlegen wen sie wählen, könnte man doch diese nette und altbekannte "Think Music" von Jeopardy einspielen:

12:41 Uhr: Die Trefferquote, Grünen-Mitglieder zur treffen, ist hier ziemlich hoch.

12:53 Uhr: Eva Maria Vöglte tritt im dritten Wahlgang für Platz 19 gegen Karin Schmitt-Promny an.

12:55 Uhr: Eva mit 51 Prozent als Kandidatin für Europa gewählt. Adam tritt vielleicht für Platz 20 an.

12:57 Uhr: Präsidium schlägt vor, nur bis einschließlich Platz 25 zu wählen. Nahezu einstimmig bestätigt.

Unter der Musik von Peter Fox wurden die ersten 16 Kandidaten auf die Bühne gebeten:

















13:19 Uhr: Hier kommen immer wieder Grüne vorbei und starren über unseren Rücken. Ich komm mir vor wie in einer Mathe-Klausur. Nur da kann ich dann nicht mehr rechnen. Als ob ich es könnte, wenn niemand hinter mir stehen würde.

13:21 Uhr: Also hier wird nach wie vor gewählt, allerdings nur noch bis Platz 25. Der Saal lichtet sich, es ist heute sehr leise in der Halle.

13:28 Uhr: Der Nikolaus hat gewonnen.

13:34 Uhr: Wir nähern uns gerade dem Ende. Vorne spricht momentan eine Packung Schlaftabletten. Laaaaaaandweilig.

13:36 Uhr: Im Nachgang der BDK werde ich noch einen Rückblick bloggen und das Interview mit Ska Keller veröffentlichen. Außerdem gibt es noch weitere Fotos aus der Westfallenhalle. Fürs erste bedanke ich mich mal bei allen Leserinnen und Lesern der letzten Tage! Würde mich sogar freuen, wenn ihr mir gewogen bleiben würdet.

14:01 Uhr: Und jetzt das Unfassbare! Wir wählen den letzten Listenplatz. Das ging ja doch recht flott.

14:03 Uhr: Wir brauchen einen zweiten Wahlgang, weils so schön war.

14:05 Uhr: Und nochmal drei Bewerberinnen!

14:07 Uhr: Wir haben ein Ergebnis. Renate Knauf und Tina Schöpfer jetzt im dritten und letzten Wahlgang. Knauf wird wohl das Rennen machen.

14:08 Uhr: Renate Knauf mit 51,5 Prozent führt sie das Feld von hinten an.

14:09 Uhr: Jetzt gibt es eine schriftliche Abstimmung, die die komplette Liste bestätigen muss. Man kann also mit Ja, Nein oder Enthaltung stimmen. Das ist ja fast wie bei der früheren Volkskammerwahl.

14:10 Uhr: Da nur die ersten 20 auf die Liste gedruckt worden sind, muss der Rest die Namen selber dazu schreiben. Auf die Schreibart achten!

14:12 Uhr: Ein Journalist wollte gerade von mir wissen, wie viele Knauf gewählt haben. Zum Glück gibts die aufmerksamen Blogger.

14:13 Uhr: Jetzt werden die Wahlzettel eingesammelt. Danach gibt es noch eine Erklärung von Steffi Lemke. Sie macht einen Vorschlag bezüglich der letzten Tagesordnungspunkte.

14:14 Uhr: Hier sind nicht mehr viele da. Wäre echt doof, wenn man jetzt nicht mehr beschlussfähig wäre.

14:18 Uhr: Jetzt werden die Stimmen ausgezählt und Steffi Lemke hält währenddessen einen Verfahrensvorschlag, dass Punkte verschoben werden. Dazu gibt es jetzt eine 30 sekündige Widerrede.

14:20 Uhr: Er möchte einen weiteren Punkt abstimmen lassen - Antrag abgelehnt. Jetzt wird noch schnell für den Antrag des KV Dortmund abgestimmt. Dabei geht es um die Ablehnung des Flughafenabbaus - angenommen.

14:23 Uhr: Also die Europawahlliste wird natürlich bestätigt. Ich bedanke mich fürs Lesen und freue mich auf weitere Besuche auf meiner Seite. Noch eine schöne Heimfahrt hier an die Delegierten und viel Glück im Wahlkampf. Die Grüne Jugend wurde 15. Die bekommen jetzt noch einen Kaktus und ihnen wird gratuliert. Man brauch die GJ.

14:24 Uhr: Auf Wiedersehen und Tschüss!!!! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!


DER "OBAMA"-ZÄHLER:

236721
Habe mit gefühlten 236711 begonnen.
Nennungen außerhalb der Reden fließen ebenfalls mit ein.

Samstag, 24. Januar 2009

Ich mach grün II

In wenigen Sekunden beginnt der zweite Tag der BDK Dortmund. Ein Bild bevor es losging.











9:35 Uhr: Ein paar Mitglieder haben eine zweiminütige "Demo" vor dem Eingang zur Halle veranstaltet und damit den Delegierten den Weg versperrt. Nette Szene; wirkt aber selbstverständlich, wenn auf einem Grünen-Parteitag "Europa aufmachen" gefordert wird.








9:46 Uhr: "Europa aufmachen" war eine Aktion powered by Grüne Jugend. Und dass die Delegierten nicht herein kommen konnten, sollte die europäische Grenze darstellen.

9:59 Uhr:
Bis jetzt ist der Parteitag ziemlich skandallos. Auf den Toiletten sind sogar genug Abtrockentücher. Nicht mal damit kann ich einen Eklat basteln.

10:00 Uhr: Momentan werden zig Anträge debattiert.

10:08 Uhr: Bei so einer Abstimmung könnte ich ja auch mal irgendeine Karte hochhalten. Vielleicht wird sie versehentlich sogar gewertet.

10:10 Uhr: Wladimi Ryschkow aus Russland, Mitglied der ältesten Oppositionspartei Russlands, spricht zu uns auf Englisch:
"I'm sorry for my English, but my Russian is much better."
10:11 Uhr: Ja, ich habe gerade Russland und Opposition in einem Satz geschrieben.

10:15 Uhr: Ryschkows Worte:
"Integration between EU and Russia is unfortunely impossible this days."
10:21 Uhr: Renate Künast über europäischen Umweltschutz. Mit Europa könne man die Bundesregierung unter Druck setzen.

10:26 Uhr: Die Grünen-Spitzenkandidatin möchte "den Verbrauchern eine Stimme geben".

11:20 Uhr: Das Interview mit Hans-Christian Ströbele hat länger gedauert als erwartet. Nachher gibts das hier sogar zum angucken. Bedankt euch dafür bei Achim.

11:21 Uhr:
Eva Vögele, die gestern Abend auch auf dem Linkentreffen war, wo ich auch war, aus dem KV Konstanz fordert einen europaweiten, einheitlichen Mindestlohn - find ich gut.

11:29 Uhr:
Frank Bsirske, der Verdi-Chef, will auch einen Green New Deal. Ist hier ziemlich beliebt. Die Grünen sind nach der SPD natürlich auch eine gute Alternative für die Gewerkschaften, wobei ich glaube, dass die Grünen für die Arbeiterklasse doch etwas weit weg sind.

11:41 Uhr:
Immer diese Debatten bezüglich des Verfahrens. Das ist mir fremd.

11:46 Uhr: Biggi Bender möchte nicht den Versandhandel von Medikamenten verbieten. Sie bittet um Klageabweisung, äh, Antragsablehnung. Seh ich auch so. Muss man dann mitklatschen?

11:52 Uhr:
Fritz Kuhn ist hier! Er hat ausgeschmollt.

11:56 Uhr:
"Grüner New Deal" klingt sehr dämlich. "Grüner neuer Handel" auch, bleiben wir doch bei "Green New Deal", bitte.

11:59 Uhr:
Irgendwas könne man nicht im tagesschaum sehen, meinte Kuhn.

12:00 Uhr:
Er meinte wohl die Tagesschau.

12:03 Uhr: Gerhard Schicks Schwabenwitz:

"Ein Schwabe fällt in eine Gletscherspalte. Ein Rettungstrupp trifft ein und ruft dem Schwaben zu: „Hier spricht das Rote Kreuz!“.
Darauf der Schwabe: „Mir gäbad nix!“"
War witzig und ist so wahr.

12:11 Uhr: Patrick Urbanke mit gaaaaanz tiefer Stimme. Klingt als ob er seine Stimme verstellt.

12:13 Uhr: Franziska Eichstädt-Bohling, aus dem Berliner Senat, möchte, dass der Faktor Stabilität sehr ernst genommen wird. Gerhard Schick schaue zu sehr auf Wachstum.

Das Interview mit Hans-Christian Ströbele gibt es jetzt als Audio-Datei. Die bewegten Bilder dazu folgen noch. Und dann gibt es noch eins von Achim mit Malte Spitz, der hatte die Idee Blogger einzuladen und genau darüber haben sie gesprochen.







12:21 Uhr:
Gerhard Schick sieht das ganz richtig: Deutschland kann nicht für ganz Europa Sparsamkeit fordern. Das geht über die Macht hinaus und ist unrealistisch. Wir müssen erst mal vor der eigenen Haustür kehren.

12:28 Uhr: Hm, wer spricht da vorne gerade? Ah, jetzt wirds eingeblendet: Claudia Roth.

12:30 Uhr: "Europa muss eine Heimat für Menschenrechte sein", sagt Claudia Roth.

12:57 Uhr: Und diesmal die WDR-Online-Redaktion bei uns. Ein paar Fragen und ein Foto in diesem Moment. Ich hoffe der Blitz stört euch nicht.

13:28 Uhr: Volker Beck über das Wahlrecht von Migrantinnen und Migranten. Er debattierte laut GJ mit unfairen Mitteln, indem er Dinge ansprach, die hier gar nicht im Antrag stehen.

13:35 Uhr: Die Grüne Jugend setzt sich gerade mit Maximilian Pichl für das Wahlrecht ab 0 Jahre ein.

13:37 Uhr: Kai Gehring ist für eine Absenkung, lehnt aber die Aufhebung aller Begrenzungen ab. Weil er Angst vor der CDU, FDP und den Nazis hat.

13:40 Uhr: Der Mann bekam Applaus. Mit sehr großer Mehrheit abgelehnt.

Das Interview mit Tarek Al-Wazir gibt es ab sofort als Audio-Datei. Auch hier dauert es noch etwas bis das Video im Netz steht. Dankesgrüße bitte an den Weltherrscher.






Das Ströbele-Interview gibt's jetzt unlive, aber dafür in Farbe:
Teil 1:

Link: Interview Stroebele Teil 1 BDK09

Teil 2:

Link: Bdk ströbeleteil2



14:07 Uhr: Wenn viele in der Halle in Gespräche vertieft sind, Zeitung lesen und durch die Gegend gehen, dann tendiert die Relevanz des Themas gen null.

14:16 Uhr: Julia Seeliger über den freien Wissenszugang, bzw. Internetzugang. Weg von dem linearen Fernsehenmedium, weg vom TV-Stundenplan.

14:27 Uhr: Exschnurrbartträger Jürgen Trittin findet, dass Europa seiner Klimaverwantwortung nicht gerecht geworden ist.

14:49 Uhr: Gerade eben über das völlig überteuerte Futter getwittert, das zugleich billig schmeckt. Jetzt Großbestellung Pizza, die Veganer haben ein Problem. Das ist doch Käse!

15:20 Uhr: Das Europawahlprogramm wurde gerade verabschiedet. Es bleibt trotzdem noch ein bisschen bei uns. Sobald es eine endgültige Fassung der Programmatik gibt, stelle ich sie herein.

15: 23 Uhr: Laute Musik. Was ist los?

15:28 Uhr: Jetzt beginnt die Aufstellung der Europawahlliste. Bekannte Gesichter sind Reinhard Bütikofer, der Exbundesvorsitzende, Sven Giegold, ehemals von Attac und Barbara Lochbihler von ai.

15:32 Uhr: Gewählt wird per Fernbedienung ganz bequem vom Stuhl aus. Es gibt gleich eine Bedienungsanleitung. Betätigen kann man die Fernbedienung nur im Saal.








15:46 Uhr: Rebecca Harms bewirbt sich um Platz 1.

15:47 Uhr:
"Edmund Stoiber ist ein Special Agent für die Bürger und gegen die Technokraten."
15:51 Uhr: Harms spricht minutenlang über Barack Obama.

15:59 Uhr: Rebecca Harms' Worte:
"Ich hätte euch noch viel zu sagen, aber wie immer leuchtet das rote Licht hier wieder unerbittlich."
Also echt. Immer dasselbe, wenn man für Europa antritt.

16:03 Uhr: Jetzt ein nettes Frage-Antwort-Spiel. Also ich fände das Ganze in umgekehrter Reihenfolge á la Jeopardy sehr witzig.

16:09 Uhr: Rebecca ist nicht unumstritten, wegen der Afghanistan-Sache. Mit 80,4 % dennoch gewählt. Hatte aber auch keine Gegenkandidatin. Nein: 13,4 Prozent. Sie nimmt die Wahl an.

16:11 Uhr: Reinhard Bütikofer, der Vorgänger von Cem Özdemir, kandidiert auf Platz 2 - auch keinen Gegenkandidat. Er hat schon "Entzugserscheinungen".

16:14 Uhr:
"Europa ist eine Sache des Herzens. Man muss mit Emotionen rangehen."
16:26 Uhr: Langer Applaus für Bütikofer und ich kann nicht beurteilen, ob er diesen verdient hat.

16:28 Uhr: Jetzt die drei Fragen. EU-Aufnahme Kroatiens, Föderalismus bzgl. Bildungssytems.

16:32 Uhr: Reinhard Bütikofer wurde mit 81,7 Prozent auf Listenplatz 2 gewählt. Enthalten haben sich 6 % , gegen ihn waren 12 %. Es wurden 693 Stimmen abgegeben.

16:34 Uhr: Die Halle tobt. Und jetzt die größte Überraschung: Er nimmt die Wahl an. Die beiden bekommen eine grüne Europafahne überreicht.

16:36 Uhr: Claudia Roth bot sich spontan an, falls Reinhard Bütikofer Entzugserscheinungen hat, ihm Umarmungen zu geben.

16:40 Uhr: Die Online-Redaktion des WDR hat einen kleinen Bericht über die BDK-Blogger verfasst. Die dpa auch.

16:43 Uhr: Angelika Beer will auf Platz 3. Damit wär sie noch auf dem Treppchen. Die anderen sind Angelika Beer, Barbara Lochbihler und Heide Rühle.

16:47 Uhr:
"Der deutsche U-Boot-Deal ist illegal."
Sie bittet um unser Vetrauen und unsere Unterstützung. Und um, äh, das Votum natürlich. Angelika wurden keine Fragen gestellt, jetzt darf sie nochmal drei Minuten sprechen.

16:51 Uhr: Die Deutschland-Vorsitzende von ai, Barbara Lochbihler, findet, dass Guido Westerwelle und Wolfgang Schäuble unhuman agieren.

17:00 Uhr: Es gibt Fragen an Frau Lochbihler, eine davon: "Was würdest du als erstes tun, wenn du gewählt wirst?" Hm, vielleicht die Antrittsrede halten. Sie möchte, dass sich die europäischen Frauen besser zusammensetzen.

17:03 Uhr: Heide Rühle, die gerade etwas schwäbelt, ist erst seit gestern davon überzeugt, dass die Grünen Europawahlkampf machen. In einem Arbeitskreis lernte sie einen Abgeordneten aus Luxemburg kennen. Alles was in Richtung Steuerharmonisierung ginge, wurde von ihm blockiert.

17:06 Uhr:
Rühle tritt massiv für Finanzregulierung ein. Wenn Konservative den Staat rufen, meinen sie das Helfen, wenn es zu spät ist und nicht das Regulieren. Das stimmt.

17:10 Uhr: Junge Männer, die keinen Job bekommen sind irgendwie unsicher oder so. Die Frage hab ich einfach nicht verstanden.

17:13 Uhr: Der erste Wahlgang für den 3. Platz: Taste 1) Enthaltung 2) Nein 3) Angelika Beer 4) Barbara Lochbihler 6) Heide Rühle

17:15 Uhr: Heide Rühle ist auf Platz 3. Menschen schreien.

17:21 Uhr: Mr. Attac alias Sven Giegold ärgert der Erfolg der FDP. Er versteht wohl auch nicht wieso die Partei in solchen Zeiten gewählt werden.

17:24 Uhr: Sven Giegold möchte die Eurovisierung und letztendlich die Globalisierung. Und morgen wird er von seinen Attac-Freunden gemobbt.

17:28 Uhr: Karl Schulte zog seine Kandidatur für Platz 4 zurück.

17:29 Uhr: Fragen an Sven Giegold: Haltung zu Lissabon-Vertrag. Ist der Nizza-Vertrag besser als der Lissabon-Vertrag?

17:31 Uhr: Für ihn ist die entscheidende Frage, wie Europa gestaltet wird. "Eine soziale Bewegung ist anders aufgestellt wie eine politische Partei."

17:34 Uhr: Michael Peter Lechner hat Eier. Er tritt ganz frech gegen Mr. Attac an. Er gab nicht nur in normalen Politsendungen Interviews, auch bei MTV hat er mit Klingeltönen, äh, Künstlern diskutiert.

17:40 Uhr: Sieben Minuten können sooooooo verdammt lange sein.

17:41 Uhr: "Michael, im Sinne der Fairness: Deine Zeit ist rum." Und im Sinne der Fairness für die Anwesenden. Wir haben doch gar nichts angestellt.

17:47 Uhr: 22 Delegierte für Lechner (3,7 Prozent), 509 für Giegold (73 Prozent).
18 Prozent stimmten mit Nein und 5% haben sich enthalten.

17:49 Uhr: Gratuliert den Grünen, weil sie ihn nicht absägten, nur weil er für den Lissabon-Vetrag ist. Von dieser Liberalität könne sich Die Linke etwas abschauen. Die hat nämlich alle Befürwörter abgelehnt.

17:54 Uhr: Angelika Beer und Barbara Lochbihler setzten sich auf Platz 5. Barbara Lochbihler wurde mit 82 Prozent der Stimmen in den Wahlkampf geschickt. Beer erlang 13 Prozent.

Das Interview mit dem sympathisch-lockeren Tarek Al-Wazir gibt es jetzt im World Wide Web:

Link:

Interview mit Tarek Al-Wazir BDK09

18:00 Uhr: Michael Cramer, Peter Alberts, Eugen Weber und unser Freund, der herausragende Michael Lechner kandidieren für Platz 6.

18:23 Uhr: Michael Cramer hat mir gut gefallen, also das was ich mitbekommen habe. Auch viel Applaus bekommen.

18:31 Uhr: Die Frage an Eugen Weber: "Warum hältst du die gleiche Rede wie du bereits in Weimar beim mitteldeutschen Votum gehalten hast, wo du nicht gewählt worden bist?".

18:37 Uhr: Michael Cramer wurde mit starken 73 Prozent gewählt.

18:43 Uhr: Wie Phoenix aus der Asche:












18:45 Uhr:
Franziska Brantner wird als junge Grüne gegen die Grüne Jugend aufgestellt und von namhaften Realos gepusht. Sie wurde quasi als Gegenkandidatin von Ska Keller aufgestellt.

18:51 Uhr: Auf Platz 7 treten übrigens außerdem Elisabeth Schroedter, Anne Brooks, Susanne Kieckbusch und wiedermal unsere Angelika Beer.

18:52 Uhr: Eine Frage an Franziska Brantner: Warum tritts du ohne Votum aus Ba-Wü, bedeutet dir Kommunalkommunikation so wenig?

18:53 Uhr: Sie macht jetzt alles und sehr viel, aber sie gibt nicht die Antwort auf die Frage. Sie möchte nur für Themen gewählt werden. Der Rest ist ihr, salopp gesagt, scheißegal.

19:04 Uhr: Habe unten jetzt einen Obama-Zähler eingerichtet. Hab mit gefühlten 236711 Malen angefangen.

19:05 Uhr: Ska Keller, die Kandidatin der GJ, steht für ein gelebtes Europa.

19:07 Uhr: Ska Keller will die Möglichkeiten des Internets nutzen, z.B. Blogs und Soziale Netzwerke. Vom Bloggertisch geht ein Jubelschrei aus.

19:22 Uhr: Bei der Oscar-Verleihung kommt Musik, wenn die Redezeit vorbei ist, das wäre für Susanne Kieckbusch jetzt nicht schlecht.

19:23 Uhr: Ich glaube man ist in seiner Partei unwichtig, wenn man seine Referenzen und Ämter runterrattert.

19:37 Uhr: Abstimmung der sechs Frauen. 1. Wahlgang des siebten Wahlgangs.

19:41 Uhr: Jetzt Franziska gegen Franziska. Keller gegen Brantner. Ich bin für Ska. Der anderen ist eh alles scheißegal.

Gerade eben ein Gespräch mit Cem Özdemir geführt. Die Audio-Datei kommt wie gewohnt zuerst. Bis das Video hier abrufbar ist, dauert es vermutlich noch bis morgen.








Habe ein kleines Bild vom 67-jährigen Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf aufgemotzt:













20:54 Uhr: Ger
ade eine der Fragen nach Karl Schultes Rede:

"Warum tritts du an, wenn unsere Partei viele andere kompetente Mitglieder hat?"
20:21 Uhr: Hiltrud Breyer sagt, dass die Presse sie als "effiziente Nervensäge" beschreibt. Ich beschreibe sie dann kurzerhand als "selbstverliebte Nervensäge" und hoffe, sie sagt auf der nächsten BDK: "Die Blogger beschreiben mich als selbstverliebte Nervensäge."

21:53 Uhr: Ich habe soeben rechne und schreibe für 0,5 Liter Apollinaris Classic 3 Euro und 50 Cent geblecht! Auf der einen Seite Mindestlohn, soziale Unterstützung und Pipapo fordern und auf der anderen Seite Geld abkassieren. Ok, die Westfalenhalle ist dafür verantwortlich, aber das ist trotzdem eine Frechheit.

21:56 Uhr: Hier wurde gerade gesagt, dass die Getränke ausgehen. Ich hoffe es gibt keine Schlägereien um mein Wasser. Scheinbar ist Nachschub schon bestellt. Davor müssen aber noch zig Antragsformulare ausgefüllt werden, eine Für- und Widerrede gehalten werden, die Frauenquote beachtet werden, das Wahlverfahren durchdiskutiert werden und zwei Wahlgänge müssen durchgeführt werden, die zweite dreimal, weil zuerst alle aufstehen müssen und danach müssen alle schriftlich abstimmen; bis das Ergebnis dann endlich feststeht: Wir bekommen neue Getränke.

22:07 Uhr: Angelika Beer ist übrigens auch bei Listenplatz 9 noch mit dabei. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

22:08 Uhr: Beer hat 5 Prozent erreicht. Helga Trüpel mit 41 Prozent. Die "effiziente Nervensäge" mit 20 %.

22:11 Uhr: Hier wird immer gefragt, ob es Probleme mit der Stimmabgabe gibt. Also ich kann noch sprechen.

22:12 Uhr: Im zweiten Wahlgang waren Hiltrud Breyer und Helga Trüpel. Letztere ist die Erstere mit 60,5 Prozent. Applaus erklingt. Breyer 35 Prozent. Langweilig: es nehmen alle die immer, wirklich immer die Wahl an.

22:13 Uhr: Zu 20:08 Uhr: Wenn man sieben Wahlmöglichkeiten hat und sich dann für "Nein" oder "Enthaltung" entscheidet, ist man entweder in der falschen Partei oder sollte daheim bleiben.

22:20 Uhr: Andreas Braun stellt sich gerade vor ein kleiner Fetzen seiner Rede: "...
die nicht mehr Liberalen von der FDP...". Die waren mal liberal. Wusst ich jetzt gar nicht.

22:35 Uhr: Hier sagt kein Mensch mehr das böse O-Wort mit fünf Buchstaben. Grüne, was ist los!?

22:39 Uhr: Wie gesagt betreiben die Grünen hier aktiv Wirtschaftsförderung, indem sie die Pizzaservicebranche massiv ankurbeln. Wer noch eine Nummer brauch, der kommt ans hochmoderne Bloggercenter mit Steckdosen - die sind hier etwas ganz besonderes.












22:55 Uhr: Nur gut, dass der Deutschlandfunk hier seinen Nachrichtenticker auslegt, sonst bekommt man ja gar nicht mit was in Deutschland, so z.B. in Dortmund passiert.










23:13 Uhr: Jetzt haben wir für Platz 10 zwölf Anwärter. Hat ein bisschen was von Resterampe. Michael Lechner steht übrigens doch immer noch zur Wahl.

23:20 Uhr: Lechner mit 0 Stimmen, ist also selber endgültig weg. Martin Häusling und JPA sind im zweiten Wahlgang.

23:24 Uhr: Martin Häusling ist Europa-Kandidat. Der hatte hier im Saal sogar einen eigenen Stand mit Buttons, Käse am Zahnstocher und Flyer.










23:52 Uhr: Meine Kräfte lassen nach. Brantner gegen Breyer. Die junge Grüne Franziska Brantner bekam 54 Prozent. Breyer 41%. Die Brantner mag ich nicht besonders.

00:03 Uhr: Mohamad Mohamad wurden keine Fragen gestellt. Dann darf er selber nochmal drei Minuten sprechen bot ein Mitglied des Präsidiums an. Sie wies aber auch darauf hin, dass er die Zeit der Versammlung schenken könne. Apropos: Mohamad.

00:07 Uhr: Jan-Phillipp Albrecht (JPA) und Gerald Häfner im zweiten Wahlgang für den 12. Platz.

00:10 Uhr: 51,72 Prozent für den GJler JPA. Wahlannahme und wünscht gute Nacht. Das mache ich auch!



DER "OBAMA"-ZÄHLER:
236718
Habe mit gefühlten 236711 begonnen.
Nennungen außerhalb der Reden fließen ebenfalls mit ein.
Realistisch gesehen, müsste er bei 19 mal angelangt sein.

Ich mach grün

Bevor in wenigen Minuten meine Augen erschöpft zufallen, muss ich noch ein kleines Etwas von der Hinfahrt nach Dortmund berichten. Im IC von Köln nach Dortmund nahm ich neben einer Frau Platz und fing an meine Zeitung zu lesen. Kurz darauf holte sie die taz aus ihrem Rucksack, da sie eh etwas "grün" aussah, habe ich sie dann gefragt, wo sie denn hinfahre: "Nach Dortmund zum Parteitag der Grünen", antwortete sie mir. Ich erklärte ihr meine Funktion auf dem Parteitag und so kamen wir ins Gespräch.
Die Dame, übrigens aus dem gleichen Verband wie Claudia Roth, erzählte mir von ihrer Arbeit aus ihrem Stadtrat. Sie thematisierte auch die innere Situation ihrer Partei: anstrengende, an der Sache vorbei gehende Diskussionen, zähe Abläufe. Das sind die Stichwörter. Sie hält viel Neues innerhalb der Partei für kritisch, d.h. bezüglich ihrer Einstellung. Dennoch findet sie, dass das auch in Ordnung und klasse ist. Dass die Grünen seit Jahrzehnten eine fortwährende Entwicklung nehmen, ist bekannt. Zunächst wurden sie von der SPD so sehr verachtet, dass Oskar Lafontaine in seinen schlechtesten Zeiten beliebter in der Partei war. Die CDU sitzt in der Zwischenzeit mit den Grünen auf einer Regierungsbank, welche nicht nur mit Ersatzspielern besetzt ist. Die Grünen werden offen für Andere, doch ihre Stammwähler bleiben ihr mangels Alternativen treu. Stammwähler der CDU und FDP wechseln gerne mal hin und her, ebenso SPDler zur Linkspartei (das umgekehrte Spiel wird noch kommen). Damit besitzt die Partei ein parteipolitisches Privileg, das nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte. Sonst sitzt man bald, z.B. in Hamburg, nur auf der Zuschauertribüne.

Freitag, 23. Januar 2009

Ich mach grün I

Auf den Stuhl und hingesetzt. Das war quasi die erste Handlung als einer der fünf Blogger der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen. Auf meinem Platz liegt eine Energiesparlampe - da geht einem ja ein Licht auf: Cem Özdemir ist - nicht besonders überraschend - auch vor Ort. Dann hatte er wohl doch nur ein paar Probleme mit seinem Facebook-Account. Ich habe mir längere Zeit überlegt, wie ich von diesem Parteitag berichte, im Endeffekt halte ich eine Art Liveblog für recht praktisch. Auch der eine oder andere Extra-Beitrag wird in diesen drei Tagen seinen Platz finden.















16:59 Uhr:
Die politische Geschäftsführerin Steffi Lemke spricht momentan über das Wahlverfahren.

17:01 Uhr: Claudia Roth steht auf dem Podium und hält ihre Rede. Eine grandiose Überleitung, die man wohl auch in den ersten Stunden der Frühstücksfernsehen-Moderatoren-Schule lernt:
"Ich wünsche uns allen Glück, und die Zeit, es zu genießen und auch festzuhalten, wünsche uns Gesundheit - aber kein Gesundheitssystem mit zwei Wartezimmern, sondern eine Bürgerversicherung, aus der sich gerade die Leistungsstärksten nicht davon machen können."
17:12 Uhr: Mehr von mir gibt es auch bei Twitter. Das Motto der BDK ist "Europa klar machen". Da fällt mir doch was ein.

17:22 Uhr: Jetzt hören wir eine Rede von Jürgen Trittin. Einer der zwei Spitzenkandidaten.

17:25 Uhr: Juhu! Jetzt sind wir auch auf gruene.de verlinkt. Über diesen Weg kommt man auch nochmal zu meinen Mitbloggern.

17:28 Uhr: Munteres Daimler-Bashing von Trittin.

17:33 Uhr: Vor uns läuft gerade ein Kameramann hoch und runter. Ich würde fast behaupten, dass der uns filmt. Von wem ich schreibe, wenn ich "wir" meine, die Auflösung gibt es gleich.

17:35 Uhr: Der Exumweltminister ist fertig. Auch sehr laut gesprochen. Habe am Montag wohl ein penetrantes Piepen im Ohr. Und schon wieder ein Mann. Wo ist die Frauenquote? Wir sitzen hier auch zu fünft in unserer Funktion Mann. Max Löffler von der Grünen Jugend tut meinem Ohr gut.

17:42 Uhr: Nach Max Löffler von der Grünen Jugend sprach jetzt Wilhelm Knabe von den Grünen Alten. Ein Generationenwechsel ohne Konflikte.

17:45 Uhr: Vorhin wurde hier auf der Leinwand noch der Name der sprechenden Person eingeblendet. Das war überaus praktisch.

17:47 Uhr: Ah, der Name wird immer wieder eingeblendet. Britta Haßelmann aus dem Kreisverband Bielefeld steht hinter dem Mikrofon. Wie war das noch gleich mit der Existenz Bielefelds?

17:56 Uhr: Edith Lampert steht momentan auf dem Podium. Ich hör ihr mal zu.

18:00 Uhr: Der neue Grünen-Superstar Tarek Al-Wazir wurde mit einem lauten und langen Applaus begrüßt. Rhetorisch stark, eine angemessene Lautstärke und inhaltlich kompetent. Immer wieder Applaus für den Spitzenkandidaten der Grünen, äh, hessischen Landesvorsitzenden.

18:03 Uhr: Boris Palmer, der OB aus Tübingen, wurde bei der vorletzten BDK ähnlich euphorisch begrüßt. Ist der heute überhaupt da?

18:06 Uhr: Jürgen Trittin und Renate Künast bedanken sich bei Tarek Al-Wazir. Er bekommt das hessische Wappen mit grünen Streifen und fordert andere Verbände auf sein Ergebnis nachzuholen. Die Grünen aus Baden-Württemberg standen vor paar Monaten mal bei 17 Prozent. Wenn man sich die dortige SPD anschaut ...

18:28 Uhr: Das Interview ist jetzt fertig. Durfte, nachdem ich in die Kamera sah, den Anfang wiederholen.

18:45 Uhr: Beschwerde darüber, dass hier in Anträgen nicht Bündnis '90/Die Grünen steht, sondern nur Die Grünen. Das ist doch Quark. Ich dachte bis vor kurzem sogar, dass Bündnis '90 offiziell aus dem Namen gestrichen wurde.

18:50 Uhr: Mein Arbeitsplatz:















19:02 Uhr: Renate Künast macht Feuer auf der Bühne. Also nicht wörtlich. Müssen alle Spitzenkräfte der Grünen eigentlich so schreien? Werden die sonst nicht erhört? Die jungen Hüpfer sind ganz ruhig.

19:04 Uhr: Künast gerade:
"Ihr guckt doch auch alle tagesschaum."
19:05 Uhr: Wurde gerade darauf hingewiesen, dass sie die Tagesschau meinte. Achso.

19:08 Uhr: Die Spitzenkandidatin der Grünen erweist sich als Prophetin. Die Kfz-Steuer und die Abwrackprämie würden so nicht kommen. In Demokratien hat auch die Regierung noch ein Wörtchen mitzureden.

19:12 Uhr: Sie hielt durchaus ein starke Rede.

19:13 Uhr: Der Ministerpräsident aus Luxemburg, Jean-Claude Juncker, ist jetzt hier. Cem Özdemir hält so etwas wie eine Begrüßungsrede. Irgendwer twittert für die luxemburgischen Grünen oder so.

19:48 Uhr: Der Ministerpräsident erhält Standing Ovations.

Upps, Juncker ist aus Versehen mit aufs Kameramann-Bild gekommen.













So jetzt.













20:40 Uhr:
Nach zwei Stunden hat sich das Aussehen meines Arbeitsplatzes etwas verändert:











20:42 Uhr:
Fängt bei mir an wie bei Mutti: Von einem Ohr ins andere.

20:45 Uhr: Jetzt haben wir auch offiziell eine Bloggerin. Grüße an Claudia!

20:49 Uhr: Achim hat schon ein Video hochgeladen.

20:55 Uhr: Hätte nicht damit gerechnet, dass er sich die Ehre erweist. Dennoch hat er den Weg in die Westfallenhalle gefunden: Joschka Fischer is in the house. Fast.













21:01 Uhr: In der Theorie sollte jetzt alles durch sein. Die Grünen sind eben Pragmatiker.

21:21 Uhr: Der Premieren-Tag ist vorbei. Nach und nach wird man schon müde, aber diverse Highlights ziehen einen wieder in den Parteitag. Heute Abend stelle ich vielleicht noch ein paar Bilder bei flickr herein. Morgen ab 9 Uhr geht der Parteitag wieder los. Sobald ich einigermaßen wach und geduscht bin melde ich mich wieder live aus der Westfalenhalle 1 Dortmund. Bis dahin.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Wo ist Cem?

Morgen vormittag fährt mein Zug von Stuttgart über Mannheim und Köln bis nach Dortmund. Dort findet, wie schon häufiger erwähnt, die 29. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis '90/Die Grünen statt. Auf dem Parteitag wird die Liste für den am 7. Juni stattfindende Europawahl gewählt. Lange habe ich mir überlegt, wie ich die drei Tage angehen soll: Anträge studieren? Europawahlrecht bis ins Detail prüfen? Kandidatinnen und Kandidaten suchen? Ganz bewusst habe ich mich gegen diese weitreichende Vorbereitung entschieden, da ich versuchen möchte den Parteitag aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, als das die Mainstream-Medien schon tun. Mein Koffer ist noch nicht gepackt, das wird morgen früh noch schnell gemacht. Der Laptop ist bereit, die Digitalkamera auch und ein Diktiergerät liegt hier auch schon herum. Das im Übrigen eins der letzten noch mit Kassette funktionierenden seiner Art ist.
Ich bin schon sehr gespannt wer im Endeffekt alles vor Ort sein wird. Ein wenig verwundert mich dieser Screenshot aus Facebook bezüglich der Teilnehmer der BDK.

















Entweder schwänzt der Bundesvorsitzende einfach mal den Parteitag oder er kommt mit Facebook nicht ganz zu recht.

Dienstag, 20. Januar 2009

Ich mach grün

Wie ich an Ort und Stelle nicht nur einmal berichtet habe, werde ich kommendes Wochenende nach Dortmund reisen, um mich von den Grünen prostituieren zu lassen, wie es heißt. Nein, natürlich nicht, die Grünen sind ja nicht Eliot Spitzer. Und soooo viel Geld hat die Partei dann auch nicht.
Heute gab es dann die Telefonkonferenz mit dem stets bemühten1 Malte Spitz und meinen vier, naja, drei, also vier Blogkollegen.2 Da habe ich erfahren, dass ich so um 16.30 Uhr vor Ort sein sollte, was aufgrund der Deutschen Bahn durchaus für Spannung in Echtzeit führen könnte. 750 Delegierte aus unzähligen Kreisverbänden werden in den Westfalenhallen anzutreffen sein. Als Gastredner wird der Ministerpräsident Luxemburgs, Jean-Claude Juncker, auf der Bühne sprechen. Am Rande des Parteitags sind u.a. Diskussionen möglich und das Lauschen der fast 600 Anträge. Da bin ich etwas froh, diese nicht alle lesen zu müssen. Wobei ich auch nicht damit rechne, dass ich einen Delegierten treffe, der alle Anträge vollständig durchgelesen hat.

1. Nicht zu verstehen wie in Grundschulzeugnissen.
2. Einer war so im Obama-Fieber, dass er das doch glatt vergaß. Er ist aber mit dabei. Die vier:
Politikmaschine von Bastian Dietz, Korbis Blog von Korbinian Deuchler, Hobby-Garten-Blog von Heiner Otterstedt und Die Welt Ist Scheisse von Achim Meißner

Obama!

Montag, 19. Januar 2009

Alles wegen George

Bevor er in ein paar Stunden das letzte Mal im Weißen Haus ins weiße Bett geht. Hier noch ein kleiner Ausschnitt mit all seinen politischen Errungenschaften, schönen Ergebnissen und großen Siegen. Eine Erfolgsära ist beendet. Menschen weinen, ...



... sie können ihr Glück kaum fassen.

Video aus der Late Show with David Letterman. Gesehen im Fernsehlexikon.

Jedes Bundesland bekommt die Regierung, die es verdient

Eine Wahlbeteiligung von beeindruckenden 61 Prozent sind das Resultat der hessischen Landtagswahlen und deren berühmten Verhältnisse. Ein historisches Tief, das die Politiker auch diesmal nicht zum Nachdenken bringen wird. Gestriges Zitat einer hessischen SPD-Sprecherin blendet das Problem weiter munter aus:
In der Schweiz wird vier Mal jährlich abgestimmt. Das ist die Demokratie überhaupt. Dort liegt die Wahlbeteiligung noch deutlich unter den 61 Prozent von heute.
Ach, wenn das so ist.
Lieber spricht man davon, dass jetzt alles klar ist, denn seit gestern haben die hessischen Verhältnisse ein Ende. Auch nach der längsten Wahlnacht, wie vielerorts genannt, geht die Sonne wieder auf. Ob nun mit schwarzen oder ohne Wolken steht nicht im Mittelpunkt dieses Beitrags.
Ich bin beruhigt, dass die Union trotz der Ypsilanti-Pleite keinen Sprung machen konnte und noch dazu amüsiert, dass sie das als den großen Wahlsieg verkauft. Und beim nächsten Mal feiern die Damen und Herren der Hessen-CDU dann auch noch den Einzug in den hessischen Landtag. Wie sich das gehört.
Etwas das meinen Gedanken und meiner Wenigkeit sehr entfernt liegt, ist die Logik, dass Menschen in Zeiten der Finanzkrise in ein Wahllokal gehen und mindestens ein Kreuzchen bei der FDP machen. Die Liberalen haben sich im Vorfeld der Krise immer für die Deregulierung des Marktes ausgesprochen und sprechen in der momentanen Situation kaum über die Auswirkungen der naiven Finanzpolitik. Einen starken Staat soll ein Land haben, der sich aber bitte nicht einmischt ist das Credo. Es läuft mir fast eiskalt den Rücken herunter, wenn ich mir vorstelle wo Deutschland heute stünde, hätte die FDP die letzten zehn Jahre mitregiert.
Die Westerwelle-Partei, in Hessen unter dem Vorsitz von Jörg-Uwe Hahn, ging nicht fremd. Hahn würde sein Bett nie mit einem anderen Mann außer Koch teilen, er hielt seinem Busenfreund lieber die Treue als Krückstock. Die FDP steht jetzt freilich als die bürgernahe und liberale Partei da. Aber wie ist es möglich als bürgernah zu gelten, wenn man den Machern der Krise am liebsten noch die Hand schütteln würde oder dem Wähler eine Rot-Rot-Grüne Regierung zumutet? Wieso ist es liberal, wenn man den Markt von allen Pflichten befreien möchte? Achso, es heißt ja nicht umsonst "FDP - Die Marktliberalen", ich vergaß. Die FDP hat die Wähler nicht durch gute Argumente oder ein durchdachtes Programm an sich gezogen, Protest heißt das Wort. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Um an die Bundesregierung zu kommen reichen diese sieben Buchstaben nicht.

Sonntag, 18. Januar 2009

Ob TSG vor Wut kochen wird

Vor weniger als 365 Tagen sind die Hessen das letzte Mal zur Wahlrune gegangen, damals lag die Wahlbeteiligung bei 64,3 Prozent. Heute bekommen sie eine zweite Chance und die Stimmabgeberanzahl dürfte unter dem Wert vom 27. Januar 2008 liegen. Der Wahlabend wird wohl nicht so spannend werden wie im letztjährigen Januar, dafür konnte sich die SPD nie ausreichend von Ypsilanti erholen und hat es nicht geschafft eine zweite Koch-muss-weg-Stimmung zu initiieren. Roland Koch und seine CDU konnten sich im Vorfeld zurücklehnen und mussten im Grunde nicht mal echten Wahlkampf betreiben. Ttrotzdem wird es für die Union heute für eine schwarz-gelbe Koalition reichen, da auch die FDP einen starken zweistelligen Wert einfahren wird. Die anderen Sieger werden die Grünen sein, wenngleich dieser der Partei nicht viel bringen wird, da sie alleine nicht bestehen kann. Am spannendsten wird es wohl werden, ob Die Linke wieder in den hessischen Landtag einziehen werden. In den letzten Umfragen lag die Partei knapp unter der magischen 5-Prozent-Hürde.
Die ersten Hochrechnungen werden wie immer gegen 18 Uhr erwartet. Ich werde mir das Drama im ZDF ansehen und parallel dazu die Wahl im Web mit Markus Kavka, das sah mit Claus Kleber bei den US-Wahlen schon sehr ansprechend aus.

Samstag, 17. Januar 2009

Ich mach grün

Eigentlich könnte ich die Diskussion aufgrund ihrer unglaublichen Sinnlosigkeit ignorieren, aber ich habe doch irgendwie das Gefühl mich auch mal dazu äußern zu müssen.
Lukas Heinser und Jens Matheuszik haben es schon bei ihrem Besuch bei der Bundesdelegiertenkonferenz in Erfurt getan und zwei meiner Mitblogger von Dortmund haben sich hier und da auch schon mal dazu geäußert. Manch einer kann es aus höchstmoralischen Gründen einfach nicht ertragen, dass man eine Zugfahrt und ein Hotel bezahlt bekommt und er nicht. Dieser Fuchs war sogar so clever, dass er die Taktik der Grünen durchschaut. Die Grünen laden Blogger zu sich ein, damit diese über ihren Parteitag schreiben. Das ist ja grausig, die versuchen modernen Wahlkampf zu machen. Schlimm in der heutigen Zeit.
Mit unserer Berichterstattung über die drei Tage in Dortmund geben wir der Partei im Internet eine entsprechende Aufmerksamkeit, welche Journalisten den Grünen auch geben. Darüber hinaus rechne ich mit zehn objektiven Augen.
Dass die Grünen für mein Zimmer und meinen Zug aufkommen macht meine Teilnahme an dem Parteitag erts möglich, schließlich habe ich nicht die Möglichkeiten derartige Ausgaben aus eigener Tasche zu finanzieren. Und trotzdem komme ich mir nicht unmoralisch oder gar prostituiert vor, denn auch am nächsten Wochenende werde ich die Buchstaben in die Tastatur tippen und nicht der PR-Berater der Grünen oder David Schraven. Achim Meißner, einer der Ticket-Gewinner, übernimmt die Kosten ob der Diskussion sogar selbst, was für mich nicht infrage kommt, da es mir nicht wichtig ist, was andere Blogger über mein Handeln denken. Außerdem halte ich die Leser des tagesschaums für intelligent genug beurteilen zu können,wann ich hier PR betreibe und wann nicht. Die Beschreibung für das Wort Moral aus der Blidungsinstitution Wikipedia:
"Der Ausdruck Moral bezeichnet dabei das, was als richtiges Handeln angesehen wird, sei es von einem Individuum einer Gruppe oder einer ganzen Kultur."
Was ist schon angesehen.

Freitag, 16. Januar 2009

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ich mach grün


Bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Erfurt hat die Partei fünf Blogtickets vergeben. Also die Übernahme der Kosten für Zug und Unterkunft. Vom 23. bis 25. Januar findet der Parteitag im Dortmunder Westfalenstadion statt, äh, in den Westfalenhallen natürlich. Da habe ich mich auch beworben und wurde glücklicherweise genommen. Jetzt werde ich als Beobachter nach Dortmund reisen und mein Geschriebenes hier veröffentlichen. Natürlich wird auch der ein oder andere Tweet über den Ladentisch gehen. Im Vorfeld sollte ich schonmal erwähnen, dass ich Mitglied der Grünen Jugend bin und trotzdem objektiv berichten werde. Genaueres über die Bundesdelegiertenkonferenz folgt hier noch. Ansonsten verweise ich auf diese Seite.

Nachtrag, 23.40 Uhr:
Habe in der Zwischenzeit heraus bekommen, wer die anderen Blogger sind und dabei erstaunt festgestellt, dass es bei dieser Auswahl offensichtlich keine Frauenquote gab: eine reine Männerrunde.